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Werkstätte in Riedbach: Stadt kritisiert Alleingang der BLS

Am Montag hat sich die Stadt Bern mit der BLS-Spitze zu einer Aussprache über die Standortplanung für die neue BLS-Werkstätte getroffen. Die Vertreter der Stadtregierung wollen nun eigene Abklärungen treffen.

Bedrohte Existenz: Anni und Andreas Kohler vor ihrem Bauernhof im Weiler Buech im Westen der Stadt Bern.
Bedrohte Existenz: Anni und Andreas Kohler vor ihrem Bauernhof im Weiler Buech im Westen der Stadt Bern.
Urs Baumann
Bauer Andreas und Anni Kohler würden Ihren Bauernhof  verlieren.
Bauer Andreas und Anni Kohler würden Ihren Bauernhof verlieren.
Urs Baumann
Die Tage des Depots in Bern-Aebimatt – hier ein Bild aus dem Jahr 2009 – sind gezählt. Ersatz will die BLS ganz in der Nähe schaffen: Als Standort für die neue Werkstätte hat sie den Raum Riedbach ausgewählt.
Die Tage des Depots in Bern-Aebimatt – hier ein Bild aus dem Jahr 2009 – sind gezählt. Ersatz will die BLS ganz in der Nähe schaffen: Als Standort für die neue Werkstätte hat sie den Raum Riedbach ausgewählt.
Susanne Keller
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Der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät und der Gemeinderat Alexandre Schmidt haben sich am Montagmorgen aus erster Hand über die Pläne der BLS informiert, wie die Stadt Bern mitteilt.

Die Vertreter der Stadtregierung hätten sich im Gespräch mit der BLS-Spitze unzufrieden gezeigt. Die Stadt bemängelt die Art und Weise der Information durch das Bahnunternehmen und dessen Alleingang bei der Planung der neuen Werkstätte in Riedbach.

Der Austausch zwischen der BLS und den Planungsverantwortlichen der Stadt habe sich bisher lediglich auf ein unverbindliches Fachgespräch im Jahr 2013 über erste Standortideen beschränkt. Dies sei für eine Planung dieser Tragweite nicht ausreichend. Die BLS habe danach kein vertieftes Gespräch mit der Stadt mehr gesucht.

Vertiefte Orientierung über Projekt

Am Treffen orientierte die BLS die Vertreter der Stadtregierung über den Stand der Planung der neuen Werkstätte sowie über das geplante weitere Vorgehen. Der Gemeinderat wird sich laut Mitteilung erst nach ausführlicher Prüfung aller Aspekte der Stadtentwicklung, des Landschaftsschutzes, der Eigentumsverhältnisse und Immissionen, aber auch des volkswirtschaftlichen Nutzens zum Projekt und zu den zur Diskussion stehenden alternativen Standorten im Westen der Stadt äussern. Zudem sollen zuvor die betroffenen Kreise konsultiert werden.

Den von der BLS bevorzugten Standort in Riedbach erachtet der Gemeinderat «als heikel». Auch das Stadtplanungsamt hatte sich in seiner damaligen Abwägung der Chancen und Risiken kritisch geäussert. Aus Sicht der Stadt ist das Gebiet im Westen von Bern «eine intakte und hochwertige Landschaftskammer von grossem Nutzen für Landwirtschaft und Naherholung und daher kaum geeignet für das geplante Projekt».

BLS zeigt Verständnis

Die Vertreter der Stadtregierung wollen das Gespräch mit der BLS fortsetzen und gemeinsam mit dem Unternehmen Lösungen suchen. Insbesondere sei vorgesehen, dass künftig ein enger Austausch zwischen der Projektleitung der BLS und dem Stadtplanungsamt stattfindet. Ziel sei zudem, «die hochwertigen Arbeitsplätze der BLS-Werkstätte wenn möglich für die Region Bern zu sichern.»

«Wir verstehen, dass unsere Standortwahl in Riedbach für den notwendigen Ersatz der alten S-Bahnen-Werkstätten die Interessen der Stadt in vielfacher Hinsicht tangiert», hielt BLS-Chef Bernard Guillelmon laut Mitteilung fest. Er respektiere, dass die Stadt über diesen Sachverhalt und auch die späte Information zur Standortwahl nicht erfreut sei. Im Sommer wollen sich die beiden Parteien erneut treffen und die Gespräche konstruktiv weiterführen, wie beide Seiten betonten.

(pd)

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