Zum Hauptinhalt springen

Wie ein Lädeli der Dauer-Baustelle trotzte

Lange wusste Peggy Steinmann nicht, ob sie es schaffen würde, ihre Papeterie in Worb bis nach den Bauarbeiten zu halten. Nun sind die Arbeiten nach zehn Monaten vorbei und der Laden immer noch geöffnet.

Annic Berset
Im Februar blickte Peggy Steinmann auf eine ungewisse Zukunft. Nun ist die Zeit der Bauarbeiten überstanden.
Im Februar blickte Peggy Steinmann auf eine ungewisse Zukunft. Nun ist die Zeit der Bauarbeiten überstanden.
Christian Pfander

Von rechts kommt ein Töffli, von links das Postauto, dazwischen fahren andere Fahrzeuge vorbei – auf der Bahnhofstrasse rollt der Verkehr wieder regelmässig. Endlich. Das sagt Peggy Steinmann, Inhaberin der Papeterie und des Cafés Paprica.

Seit Februar dieses Jahres werden die Strassen rund um das Zentrum von Worb saniert und verkehrsberuhigt. Und die letzten zehn Monate hatten es für die Läden, die entlang der Bahnhofstrasse untergebracht sind, in sich. «Ich wusste schon kurz nach dem Start der Bauarbeiten nicht, ob ich es bis im November schaffen werde», sagte Steinmann damals zu dieser Zeitung.

Die Zahl ihrer Kunden habe sich rasant nach unten geschraubt, sie stand deshalb vor einer ungewissen Zukunft. Nun sind zehn Monate vergangen, das Ende der Baustelle ist in Sicht – ihren Laden gibt es immer noch.

Neues Gerät...

«Ich habe lange überlegt, welche Möglichkeiten ich mit meiner Papeterie habe», erklärt Peggy Steinmann. Sie habe über eine vorübergehende Schliessung nachgedacht und auch daran, das Geschäft ganz aufzugeben. Dann aber habe sie sich anders entschieden und nach etwas Speziellem gesucht, das sie in der Umgebung als Einzige anbieten könnte.

«Beim Start der Bauarbeiten imFebruar wusste ich nicht, ob ich es bis im November schaffen würde.»

Peggy Steinmann, Inhaberin der Papeterie Paprica

Steinmann wurde fündig. Seit dem Sommer befindet sich ein spezielles Gerät in ihrem Laden, das Materialien wie Holz oder Karton, aber auch Leder, Stoff oder Glas gravieren und zum Teil auch schneiden kann. «Man könnte damit sogar einen Apfel oder eine Bratwurst mit einer persönlichen Gravur versehen.» Mit diesem Gerät will sie ihren Kunden einen Service bieten, den es ansonsten fast nur online zu finden gibt.

Die Anschaffung der Maschine zog aber auch wieder neue Kosten nach sich, die Raten müssen nach wie vor jeden Monat bezahlt werden. Wegen eines Ausfalls einer Mitarbeiterin konnte Peggy Steinmann während der Baustellenzeit einerseits Kosten sparen.

«Eine 70-Prozent-Stelle weniger hat einen grossen Unterschied gemacht und das Budget erheblich entlastet», gibt sie im Nachhinein zu. Andererseits übernahm sie dieses Pensum anschliessend, was zeitlich fast nicht machbar war. Deshalb entschied sich Steinmann dazu, die Öffnungszeiten ab dem Sommer etwas zu verkürzen.

...neuer Antrieb?

Mit den Anpassungen hat Peggy Steinmann die Papeterie zehn Monate lang über die Runden gebracht – wenn auch nur knapp. Ihre Wünsche fürs nächste Jahr sind bescheiden: Den Angestellten einen anständigen Lohn zahlen, ihren Einsatz honorieren und nicht immer «jedes Füfi» umdrehen müssen. Sie sei nach wie vor sehr gerne in ihrem Lokal und habe noch viele Ideen, die auf ihre Umsetzung warten.

Dieser Artikel wurde automatisch auf unsere Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch