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Wifag-Besetzer bleiben vorläufig da

Seit vergangenem Donnerstag ist ein Industriegebäude an der Wylerringstrasse 29 besetzt. Die Besetzer liessen das Ultimatum, dass sie das Gebäude bis Montagmittag räumen sollen, verstreichen.

Arbeiter verbarrikadierten die Eingangstore zum Areal.
Arbeiter verbarrikadierten die Eingangstore zum Areal.
Tanja Buchser
Die Polizei überwacht das Geschehen.
Die Polizei überwacht das Geschehen.
Tanja Buchser
Am Samstag fand hier eine Party statt, die dem Platz Leben einhauchen sollte. Der Einladung folgten 200-300 Personen, was zu Lärmklagen aus der Nachbarschaft führte. Die letzten Überreste wurden zusammengeräumt.
Am Samstag fand hier eine Party statt, die dem Platz Leben einhauchen sollte. Der Einladung folgten 200-300 Personen, was zu Lärmklagen aus der Nachbarschaft führte. Die letzten Überreste wurden zusammengeräumt.
Claudia Salzmann
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Am Montag kurz vor Mittag ist es ruhig an der Wylerringstrasse. Am Gebäude der ehemaligen Berner Druckmaschinenfirma Wifag flattern Fahnen im Wind. Das einzige Zeichen, dass das Industriegebäude am Donnerstag besetzt wurde. Darauf steht «Rettet die Quartiere», «Future is now, Wifag the World» oder «Freiraum für alle, sonst...». Hinter dem Gebäude sitzen einige der Hausbesetzer auf Sonnenstühlen um ein Feuer. Bei den Besetzern handelt es sich um ein Kollektiv «Kinder von Bern».

Kurz vor 12 Uhr machen sie sich auf, um mit einem Schreiben die Nachbarschaft über ihr Vorhaben zu informieren. Darin führen sie ihr Anliegen weiter aus: Kreative und gestalterische Räume. Dabei denkt das Kollektiv an Werkstätten, Ateliers, Ausstellungen und ähnliches. Das Gebäude fürs Wohnen zu nutzen, sei nicht vorgesehen.

Anfragen von Medien werden bis auf weiteres nicht beantwortet, weil man zuerst die Nachbarschaft informieren wolle, erklären die Kollektivmitglieder vor Ort. Am Mittwoch um 18 Uhr lädt das Kollektiv die Anrainern zu einem Grillfest ein, um so ein gutes Verhältnis aufzubauen.

«Kein guter Start»

So ruhig wie jetzt war es aber Samstagnacht nicht: Da feierten die Besetzer mit mehreren hundert Personen eine Party. Zahlreiche Anwohner beklagten sich über den Lärm und die Ruhestörung. Im Schreiben an die Nachbarschaft betont das Kollektiv, dass die Party eine einmalige Sache gewesen sei.

«Es ist kein guter Start, wenn sie eine solchen Lärm machen. Und dann hängen sie uns heute solche Schreiben an die Haustüre», meint eine Anwohnerin, die sich kurz das besetzte Haus anschaut. Sie wohnt an der Wylerfeldstrasse und wurde Samstagnacht auch vom Lärm geweckt. «Auf unserem Parkplatz haben sie mit Fäusten auf Autos eingetrommelt und Bierdosen liegen lassen. Ich habe ihnen mit der Polizei gedroht, aber sie haben nur gelacht», erklärt sie weiter. Angerufen habe sie aber schliesslich nicht, weil schon andere Nachbarn am Fenster standen und bereits das Handy in der Hand hielten.

Die Liegenschaft gehört der Ursula-Wirz-Stiftung. Diese hat den Besetzern eine Frist gesetzt, das Gebäude bis Montagmittag zu verlassen. Die Besetzer machten keine Anzeichen, dass sie zusammenpacken wollen und liessen das Ultimatum verstreichen.

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