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Wohlen kündigt den Schulvertrag mit Kirchlindach

Die Gemeindeversammlung hat den Austritt aus dem Oberstufenverband Uettligen beschlossen.

Das Oberstufenschulhaus Uettligen.
Das Oberstufenschulhaus Uettligen.
Christian Pfander

Über 130 Jahre arbeiten Wohlen und Kirchlindach bei der Oberstufe Uettligen zusammen. Per Sommer 2022 ist nun Schluss. Die Gemeinde Wohlen kündigt den Vertrag einseitig. Das haben die 110 Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung gestern Abend mit grossem Mehr gegen zwei Stimmen beschlossen.

Grund dafür sind unterschiedliche Auffassungen über die Zukunft des Oberstufenverbandes. Wohlen möchte auf das Sitzgemeindemodell wechseln. Für den Gemeinderat Kirchlindach hingegen gibt es noch offene Fragen, inbesondere jene zum Wert der Schulliegenschaft.

Nicht mehr zeitgemäss

Die zuständige Gemeinderätin Susanne Schori (SVP) begründete die einseitige Kündigung durch Wohlen mit den komplizierten und nicht mehr zeitgemässen Strukturen des Verbandes. Sie erinnerte an den letzten Sommer, als sich die Gemeindeversammlung Kirchlindach im Gegensatz zu jener in Wohlen gegen ein durchlässiges Modell auf der Oberstufe entschied.

«Wir hätten einen freiwilligen Wechsel des Vertrags bevorzugt.»

Susanne Schori, Gemeinderätin Wohlen

«Wir hätten einen freiwilligen Wechsel des Vertrags bevorzugt», erklärte Schori. Dafür seien die Weichen eigentlich gestellt gewesen. Delegationen aus den beiden Gemeinden hatten im vergangenen Jahr einen neuen Vertrag entworfen, wobei beide Seiten Konzessionen gemacht hatten. Als es im Januar 2019 jedoch um die Beschlüsse in den Exekutiven gegangen sei, habe Kirchlindach den Entscheid verschoben.

Das Restrisiko

Gemeindepräsident Bänz Müller (SP plus) legte die Differenzen offen und sprach von einem Restrisiko. Die Schulliegenschaft soll zum Wiederverwendungswert von 1,1 Millionen Franken an die Gemeinde Wohlen übergehen. Durch die gleichzeitige Übernahme der Schulden in ähnlicher Höhe gebe es ein Nullsummenspiel.

Der Gemeinderat Kirchlindach beruft sich auf ein eigenes Gutachten, wonach der Verkehrswert bei etwa zehn Millionen liegt. Obwohl es eigentlich gar keinen Markt für solche Gebäude gebe. Müller erwähnte, dass wohl ein Richter über den Betrag entscheiden müsse.

Alle Sprecherinnen und Sprecher der Parteien unterstützten den Gemeinderat. Sie bedauerten die einseitige Kündigung, sind aber auch bereit, das finanzielle Restrisiko zu tragen. Dieses sei überschaubar, die Forderung aus Kirchlindach jenseits der Vernunft.

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