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Wohnungen nur für Staatsangestellte

Das geplante Hochhaus auf dem Warmbächli-Areal bleibt für den grössten Teil der Bevölkerung verschlossen. Die Baugenossenschaft, die das Hochhaus realisiert, vermietet praktisch ausschliesslich an Angestellte von Staatsbetrieben.

cef
Noch eine Stadtbrache, bald aber sollen am Warmbächliweg 250 Wohnungen entstehen.
Noch eine Stadtbrache, bald aber sollen am Warmbächliweg 250 Wohnungen entstehen.
Stefan Anderegg

Heute noch eine Brache, morgen eine topmoderne Wohnsiedlung: Die Planung für die Warmbächli-Überbauung in Bern läuft auf Hochtouren. In den nächsten Jahren sollen auf dem Areal der ehemaligen städtischen Kehrichtverbrennungsanlage 250 Wohnungen entstehen. Nun zeigt eine Recherche der Zeitung «Der Bund», dass in Teile der Überbauung nur Angestellte von bundesnahen Betrieben einziehen dürfen.

Konkret geht es um das geplanten Hochhaus auf dem Areal. Das Baurecht für das entsprechende Baufeld hat sich die Eisenbahner-Baugenossenschaft (EGB) gesichert. Die EGB ist eine von insgesamt sechs Genossenschaften, die am Warmbächli bauen und besitzt in Bern bereits heute rund 650 Wohnungen. Ein Grossteil davon vermietet sie an Staatsangestellte und Mitarbeiter staatsnaher Betriebe.

«Es wird niemand benachteiligt»

Das wird auch auf dem Warmbächli-Areal so sein. Demnach wird das Hochhaus praktisch ausschlieslich Mitarbeitenden der Konzerne SBB, Post und Swisscom sowie der öffentlichen Verwaltungen vorbehalten bleiben. Gegenüber dem «Bund» verteidigte EGB-Geschäftsführer Rolf Schneider die Vermietungsrichtlinien der Genossenschaft: «Wer bei einem Staatsbetrieb angestellt ist, verdient eher weniger als in der Privatwirtschaft.» Diesen Leuten vorweg preisgünstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, sei daher legitim.

Es werde niemand benachteiligt, da auf dem Warmbächli-Areal noch fünf andere Genossenschaften bauen, welche der «gesamten Berner Bevölkerung» offen stünden. Rückendeckung erhält er dabei von der Stadt Bern: Es sei normal, dass Genossenschaftsbauten nicht allen offen stünden.

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