Wohnungen verdrängen das Gewerbe

Bern

Die Stadt Bern plant auf dem Areal Weyermannshaus West ein dichtes Wohngebiet. Ein Drittel der Wohnungen soll preisgünstig im Sinne der Wohninitiative sein.

Im Gebiet zwischen Stöckackerstrasse, Murtenstrasse und Untermattweg soll das neue Quartier Weyermannshaus West entstehen.

Im Gebiet zwischen Stöckackerstrasse, Murtenstrasse und Untermattweg soll das neue Quartier Weyermannshaus West entstehen.

(Bild: Franziska Rothenbuehler)

Das Areal Weyermannshaus-West ist heute kein Idyll. Gewerbebetriebe, Werkstätten und Parkplätze sind unkoordiniert auf dem Gelände angeordnet. Nun soll sich das Areal vom Gewerbegebiet zu einem dichten, urbanen Stadtgebiet mit hohem Wohnanteil wandeln, wie die Stadt Bern schreibt. Der Gemeinderat hat dafür das städtebauliche Konzept und die Überbauungsordnung verabschiedet.

Lange Entwicklungsphase

Am Mittwoch begann die öffentliche Mitwirkung zur Überbauungsordnung Weyermannshaus-West. Sie dauert bis zum 4. September, wie die Stadtregierung mitteilte. Zum Teil bestehen im Weyermannshaus noch langjährige Baurechte, und verschiedene Gewerbebauten werden weiterhin benützt.

Das Gebiet wird sich deshalb über einen längeren Zeitraum entwickeln. Auf dem Areal betreibt beispielsweise Postauto eine Werkstätte, und die Schwab AG stellt Trennwände für Büros her. Auch eine Karosseriewerkstätte gibt es auf dem Areal.

Hohe Dichte erlaubt

Die Stadt Bern plant das Areal in Zusammenarbeit mit den Grundeigentümerinnen. Dabei handelt es sich um die Burgergemeinde Bern und die Post. Die Überbauungsordnung lässt laut Gemeinderat eine hohe Dichte zu, wie sie in der Stadt Bern bisher kaum üblich war. Sie sieht den Bau von vier Hochhäusern vor.

Es sind unterschiedliche Gebäudehöhen von 7, 12 und 14 Stockwerken geplant. Die CVP der Stadt Bern reagierte darauf mit einer Medienmitteilung. Sie verlangt, dass die Stadtregierung höhere Gebäude zulässt.

Ein Drittel der Wohnungen wird preisgünstig im Sinne der städtischen Wohninitiative sein. Da vor dem Bundesgericht eine Beschwerde des Hauseigentümerverbandes hängig ist, ist diese aber noch nicht in Kraft.

«Autoarme» Siedlung

Das Areal ist gut an den öffentlichen Verkehr angebunden, der Gemeinderat strebt daher eine «autoarme Entwicklung» an. Zur Lebensqualität beitragen sollen auch verschiedenartige öffentliche und private Aussenräume, auch auf den Dachterrassen.

Nach der Mitwirkung folgen als weitere Planungsschritte die Vorprüfung durch den Kanton und die öffentliche Auflage. Die Volksabstimmung ist für 2021 vorgesehen.

sny/sda

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