YB steht erneut ein Ansturm auf Tickets bevor

Die Champions-League-Qualifikation hat beim YB-Anhang eine neuerliche Euphorie entfacht. Es ­warten drei ausverkaufte Festspiele im heimischen ­Stadion. Die Ticketnachfrage wird riesig sein. Wie wird der Club damit umgehen?

<b>Ein Run auf Tickets</b> wie hier im Vorfeld des Cupfinals im ­April ist bereits sicher.

Ein Run auf Tickets wie hier im Vorfeld des Cupfinals im ­April ist bereits sicher. Bild: Twitter/@BSC_YB

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1. Wann startet der ­Ticketverkauf für die Champions-League-Spiele der Young Boys?

Heute Abend um 18 Uhr erfahren die Young Boys ihre drei Gegner in der Gruppenphase. Dann sind auch die exakten Spielzeiten bekannt. Die heiss begehrten Ti­ckets für die drei Heimspiele in Bern werden frühestens ab 5. September zu kaufen sein, wie der Verein am Mittwoch mitteilte.

Wie der Run auf die Tickets aussehen könnte, erlebte Bern zuletzt am 21. April beim Vorverkauf für den Cupfinal gegen den FC Zürich. Bereits frühmorgens bildete sich vor dem Kassenhäuschen beim Stade de Suisse eine lange Menschenschlange.

2. Haben Saisonkarten­besitzer wieder ein ­Vorkaufsrecht?

Nicht nur beim Cupfinal, sondern auch bei bisherigen Spielen der Young Boys auf europäischer Bühne erhielten Saisonkartenbesitzer ein Vorkaufsrecht. Damit wollte der Club seine treuen Anhänger belohnen. An dieser Vergabetaktik wird auch für die Spiele in der Königsklasse nicht gerüttelt, wie der Verein am Mittwoch mitteilte.

«Auch wer noch in den nächsten Tagen eine Saisonkarte kauft, hat seinen Platz bei Champions-League-Partien auf sicher», sagt YB­-Mediensprecher Albert Staudenmann auf Anfrage. In einer ersten Phase werden zudem nur Kombitickets für ­alle drei Partien angeboten.

Wie viele Tickets nach dem Vorverkauf noch übrig bleiben, hängt auch mit der Höhe des Gästekontingents zusammen (siehe Frage 4). Sicher ist: Zurzeit gibt es rund 15'600 Saisonkartenbesitzer.

3. Wie teuer werden die Tickets sein?

Klar ist: Wer YB in der Champions League live erleben will, muss tiefer in die Tasche greifen als üblich. Die Frage ist einzig, wie stark der Verein an den Eintrittspreisen schrauben wird. «Wir werden unserer Strategie der ­fairen Preise treu bleiben», sagt Staudenmann einzig dazu.

Als Anhaltspunkt könnte etwa der FC Basel dienen, welcher diesen Frühling in der Königsklasse auf die Startruppe von Manchester City traf. Dort gab es Preisaufschläge von 25 Prozent und mehr im Vergleich zu den Qualifikationsspielen. Im freien Verkauf bewegten sich die Preise zwischen 50 und 190 Franken.

4. Wie viele Plätze werden im Stade de Suisse den YB-Fans zur Verfügung stehen?

YB wird bei den drei Heimspie­len der Gruppenphase mit al­lergrösster Wahrscheinlichkeit dreimal das Stadion vollkriegen. Die Frage stellt sich nun: Wie viele der 31'783 Plätze werden dabei für die Gästefans reserviert? Die Uefa schreibt einzig vor, dass mindestens fünf Prozent der ­Stadionkapazität den auswärtigen Fans zufallen müssen. Im Stade de Suisse wären das rund 1500 Plätze.

Alles, was darüber hinausgeht, liegt im Ermessen des Heimclubs. YB will und kann sich dazu noch nicht äussern. Beim Playoff-Heimspiel vor zwei Jahren gegen Mönchengladbach erhöhte YB in ­Absprache mit den Borussen das Kontingent deutlich auf 5400 Karten, was bei vielen YB-Fans auf Unverständnis stiess.

YB machte Sicherheitsbedenken geltend. Man wollte verhindern, dass sich die Fangruppen im Stadion durchmischen. Gut möglich, dass dies auch wieder der Fall sein wird.

5. Können die YB-Spiele im Free-TV verfolgt werden?

Seit dieser Saison hat neu der ­Bezahlsender Teleclub die Übertragungsrechte inne. Das Champions-League-Angebot im Free-TV wird somit reduziert. Das Schweizer Fernsehen darf nur noch ein Spiel der Mittwochsrunde zeigen. Sollte YB an jenem Tag ein Spiel bestreiten, so wird SRF dieses übertragen.

Doch was ist, wenn YB am Dienstag kickt wie vorgestern gegen Zagreb? Müssen die Fans dann erneut aufs Bezahlfernsehen ausweichen? Das muss nicht sein. Denn der Gratiskanal Teleclub Zoom wird jeweils ein Spiel der Dienstagsrunde zeigen. Doch wird der Schweizer Privatsender auch dann patriotische Gefühle höher gewichten und beispielsweise YB gegen Lokomotive ­Moskau zeigen, wenn gleichzeitig ein Kracher wie Real Madrid gegen Liverpool läuft?

Die Teleclub AG gibt sich vage: «Welche Partien wir auf Teleclub Zoom ­legen, ist noch nicht bekannt. Dies wird laufend entschieden, unter anderem aufgrund redaktioneller und technischer Kriterien.» Ein klares Bekenntnis zu «YB First» klingt anders.

6. Wie rüstet sich die Stadt Bern?

Kommt es in Bern zu einer Knallerpartie – und das wird es bei den drei Heimspielen in der Königsklasse –, muss sich die Stadt vertiefte Gedanken zu den Sicherheitsvorkehrungen machen. Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause ist überzeugt, dass die Stadt nach den Meisterfeierlichkeiten auch in der Lage sei, die drei Heimpartien im Herbst zu «friedlichen Anlässen mit Volksfestcharakter» werden zu lassen.

Er lobt dabei die «hervorragende Zusammenarbeit» mit der YB-Vereinsführung in jüngster Vergangenheit. Konkretes könne er jedoch erst nach Bekanntgabe der Gegner mitteilen. Etwa, ob Fanmärsche oder ein Public Viewing zum Thema werden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 30.08.2018, 09:15 Uhr

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