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«Zack, und dann ist alles vorbei»

Das grosse Rennen ist vorbei, der Jungfrau-Marathon mit Bravour gemeistert. Was für Selin Wüthrich bleibt, ist die Suche nach einer neuen Herausforderung.

Das letzte Mal Aufwärmen ist vorbei, der Marathon absolviert. Nun sucht Selin Wüthrich nach einer neuen sportlichen Herausforderung.
Das letzte Mal Aufwärmen ist vorbei, der Marathon absolviert. Nun sucht Selin Wüthrich nach einer neuen sportlichen Herausforderung.
Susanne Keller

«Besser hätte es nicht sein können», schwärmt Selin Wüthrich auch noch einige Wochen später, wenn sie sich an ihr Saison-Highlight zurückerinnert. Anfang September meisterte sie zum ersten Mal zusammen mit über 4000 Läuferinnen und Läufern den Jungfrau-Marathon.

Für den grossen Tag hatte sie sich über ein halbes Jahr vorbereitet, Prioritäten gesetzt, viel Schweiss verbraucht und fast täglich Trainingseinheiten absolviert. «Und am Tag X hat alles zusammengepasst», sagt die 28-Jährige aus Wichtrach.

Auch deshalb hat sie ihre angepeilte Zeit mit etwas über fünf Stunden um fast eine halbe Stunde unterboten.Wenn sie auf das Rennen zurückblickt, sieht sie beinahe alles positiv. «Ausser den letzten Kilometer, der war schwer auszuhalten.» Und warum?

«Nach 20 Kilometern bergauf hat das letzte Stück bergab geführt», erklärt die Bauleiterin und Architekturstudentin. Das habe sie auch an den nächsten Tagen besonders in den Beinen gespürt. Sonst habe sich der Muskelkater aber in Grenzen gehalten, «die Massage hat wohl Wunder gewirkt», sagt Selin Wüthrich schmunzelnd.

Etwas erschrocken ist sie einen Tag nach dem Marathon aber doch noch. Der linke Fuss war geschwollen und blau, obwohl der 28-Jährigen kein Fehltritt unterlaufen war. «Das waren wohl Ermüdungserscheinungen», mutmasst sie. Und dank viel Kühlung sei es bald wieder gut gegangen.

Andere Prioritäten

Und jetzt? Ihr Saisonziel hat Selin Wüthrich erreicht, der Anlass ist vorbei. Ist sie deshalb in ein Loch gefallen? «Ja, es macht ‹zack›, und dann ist alles vorbei, aber das wusste ich ja schon vorher.» Trotzdem habe sich nach dem Jungfrau-Marathon eine gewisse Leere breitgemacht. «Vorher war mein Alltag lange sehr strukturiert, ich habe dem Rennen eine grosse Priorität eingeräumt und hatte einen Grund, zeitig aus dem Büro zu gehen», erklärt Wüthrich.

Das habe sich jetzt wieder verschoben – «eigentlich schlecht für den Ausgleich zum Job». Aus diesem Grund will Selin Wüthrich nicht zu lange warten, bis sie ein nächstes Ziel findet, das sie reizen würde. Denn damit komme automatisch auch die Motivation. Die Crawlkurse, die sie besuchen möchte, um für die nächste Herausforderung – den Triathlon – bereit zu sein, hat sie auf jeden Fall schon ins Auge gefasst.

Keine Wiederholung

Warum bleibt sie nicht beim Marathon, versucht nicht ein zweites Mal auf die Kleine Scheidegg hinaufzulaufen, ihre Zeit zu unterbieten? «Erstens gibt es so viele schöne Läufe, warum soll man immer wieder denselben machen?», fragt sich Wüthrich.

Es gehe ihr sowieso nicht primär um ihre Zeit, sondern um das Erlebnis. «Zweitens hätte das Rennen, der ganze Tag, die Vorbereitung darauf nicht besser sein können, das könnte ich nicht ­toppen.»

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