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Zehn Fragen und Antworten nach dem Ja zum Viererfeld

BernAuf dem Viererfeld in Bern kann ein neues Stadtquartier für 3000 Bewohner gebaut werden. Planer und Fachleute der Stadt haben Fragen dieser Zeitung zum weiteren Vorgehen beantwortet.

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1. Weshalb dauert es so lange, bis mit der Überbauung Viererfeld begonnen werden kann?
Weil die Planung eines solch grossen Projekts in mehreren Stufen erfolgt. Der Beginn der Überbauung ist ab 2021 geplant. Frühestens 2023 können die ersten Wohnungen bezogen werden. Zuerst muss das Amt für Gemeinden und Raumordnung die Pläne genehmigen. Anschliessend übt die Stadt ihr Kaufrecht aus und erwirbt für 64,4 Millionen Franken die Hälfte des Viererfelds vom Kanton. 2017 soll der städtebauliche Wettbewerb durchgeführt werden. Bevor mit den Wettbewerben die Projektierungsphase angegangen werden kann, braucht es mindestens noch eine Volksabstimmung (Kreditvorlage für die Infrastrukturvorhaben sowie die Abgabe im Baurecht). Laut Finanzdirektor Alexandre Schmidt ist diese ­Abstimmung frühestens 2018 ­möglich.

2. Kann auf dem bereits städtischen Teil, dem Mittelfeld, früher gebaut werden?
Grundsätzlich besteht diese Möglichkeit, aber ein früherer Baubeginn auf dem Mittelfeld ist nicht vorgesehen.

3. Wann entscheidet sich, ob die neue Schwimmhalle auf dem Mittelfeld gebaut wird?
Das kann heute noch nicht genau gesagt werden. Der Gemeinderat muss den Standortentscheid aber fällen, bevor mit dem städtebaulichen Wettbewerb gestartet wird.

4. Wie viele Einsprachen sind bezüglich Viererfeld hängig?
Gegen den Zonenplan Viererfeld sind insgesamt 72 Einsprachen eingegangen.

5. Wie geht das Einspracheverfahren weiter, und können die Einsprecher die Überbauung auf juristischem Weg noch verhindern?
«Ich glaube nicht, dass sich das Projekt auf juristischem Weg verhindern lässt», sagte Stadtpräsident Alexander Tschäppät nach der Abstimmung. Aber: Verzögern könnten die Einsprecher das Projekt, falls sie alle rechtlichen Mittel ausschöpfen. Ob die Gegner das allerdings tun werden, ist offen. Der Gemeinderat wird dem Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) die Abweisung der Einsprachen beantragen. Das AGR wird über die Einsprachen entscheiden. Gegen diesen Entscheid haben die Einsprecher wiederum Beschwerdemöglichkeiten, die sich nach dem Baugesetz richten.

6. Weshalb ist bereits festgelegt, dass auf dem vorderen Teil des Viererfelds die Wohnhäuser stehen werden und der neue Stadtteilpark dahinter zu liegen kommt?
Diese Aufteilung musste relativ früh im Verfahren festgelegt werden, damit der Kauf des Landes mit dem Kanton geregelt werden konnte. Der Kanton verkauft der Stadt die Hälfte des Viererfelds. Es musste also definiert werden, welcher Teil dies ist. Die Lage der Überbauung und des Stadtteilparks ist darum im Zonenplan verbindlich festgelegt.

7. Könnte auf dem Viererfeld höher gebaut werden als die heute vorgesehenen sechs Stockwerke?
Nein, aus städtebaulichen Gründen gilt maximal die Bauklasse 6. Also sechs Stockwerke mit zusätzlichem Attikageschoss. Es ist auch nicht so, dass höher bauen auch dichter bauen bedeutet. Bei höheren Häusern müssen dazwischen mehr Grünflächen vorhanden sein – unter anderem wegen des Schattenwurfs der Gebäude, aber auch, damit sich Bewohner noch wohl fühlen.

8. Wird das Viererfeld eine Überbauung aus einem Guss oder planen verschiedene Architekturbüros wie zum Beispiel beim Schönberg-Ost?
«Das Ziel ist es, eine möglichst überzeugende Überbauung zu realisieren», sagt Stadtplaner Mark Werren. Dazu werden auf der Grundlage des Masterplans Projektwettbewerbe für die Erschliessungsanlagen und die öffentlichen Plätze durchgeführt. Gleichzeitig werden der Stadtteilpark sowie die Schul- und Sportanlagen Teil der Wettbewerbsausschreibung sein. Erst nach Vorliegen des Resultates aus den qualitätssichernden Verfahren für die öffentlichen Räume kann die Programmierung der Projektwettbewerbe auf den einzelnen Baufeldern erfolgen. Dabei ist es sinnvoll, die künftigen Bauträger bereits zu kennen, damit diese in das qualitätssichernde Verfahren eingebunden werden können.

9. Wie stellt die Stadt sicher, dass die Überbauung allen politischenAuflagen und städtebaulichen Vorstellungen entspricht?
Die Stimmberechtigten werden voraussichtlich 2018 über die Abgabe im Baurecht befinden. Die Stadt wird anlässlich dieser Vorlage präsentieren müssen, wie und mit welchen Auflagen und zu welchen Konditionen die Baurechte erteilt werden. Der Gemeinderat wird in einem ersten Schritt einen städtebaulichen Wettbewerb gemeinsam für die beiden Areale Viererfeld und Mittelfeld durchführen. Das Siegerteam wird mit der Erarbeitung eines Masterplanes für das Vierer- und Mittelfeld beauftragt. Damit werden die wesentlichen räumlichen, gestalterischen, funktionalen und nutzungsmässigen Rahmenbedingungen festgelegt. Der Masterplan wird durch den Gemeinderat genehmigt.

10. Wann können auf dem Viererfeld im allerbesten Fall die ersten Bewohner einziehen?
Das kommt darauf an, ob ­Beschwerden bei der Genehmigung des Zonenplans oder Einsprachen im Baubewilligungsverfahren das Projekt verzögern. Im besten Fall können die ersten Wohnungen 2023 bezogen ­werden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 06.06.2016, 21:02 Uhr

Baubeginn frühestens 2023

Das Ja zu den Vorlagen Vierer- und Mittelfeld war auch ein Ja zu «einem riesigen Kredit, wie er der Stadtbevölkerung nicht allzu oft vorgelegt wird», sagte Finanzdirektor Alexandre Schmidt am Sonntag vor den Medien. 64,4 Millionen Franken genehmigte die Stimmbevölkerung, damit die Stadt dem Kanton die Hälfte des Viererfelds abkaufen kann. Als Nächstes gelte es nun mit dem Kanton «Formalien der Landanbindung» zu klären.
Danach will die Stadt gemäss einer Mitteilung einen städtebaulichen Wettbewerb durchführen, «in dem das Gesamtbild des neuen Quartiers in einem Masterplan mit Erschliessung, Freiräumen und Baufeldern verbindlich definiert wird». In einem zweiten Schritt sind Projektwettbewerbe für öffentliche Infrastruktur und private Bauten vorgesehen. Danach sollen die Baufelder an Investoren abgegeben werden. Darüber sowie über den Bau der notwendigen Infrastruktur werden erneut die Stimmberechtigten befinden. Laut Schmidt ist die Abstimmung über die Abgabe im Baurecht frühestens 2018 möglich. Als Baubeginn wird 2023 angepeilt.

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