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Zeichen stehen auf Versteigerung

Der Kaufdorfer Gemeinderat lenkt ein: Er will Franz Messerlis Autofriedhof vorerst nicht räumen. Im Herbst sollen die Schrottwagen versteigert werden. Messerli muss aber zuerst 250'000 Franken auftreiben.

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Nun liegen die Karten auf dem Tisch: Im Herbst sollen die rostenden Oldtimer im Autofriedhof Kaufdorf versteigert werden. Der Gemeinderat hat gestern bekannt gegeben, dass er mit einer Zwangsräumung zuwarten will und einer Auktion den Vorzug gibt. Reinhard Schmidlin, Chef der Oldtimer Galerie in Toffen, wird diese Auktion mit seinem Team organisieren und durchführen. «Das bedeutet viel Arbeit. Aber uns reizt diese Aufgabe», sagt Schmidlin. Geplant ist, dass die einzelnen Autos am Wochenende vom 19./20.September auf dem Autofriedhof unter den Hammer kommen. Es ist nicht vorgesehen, Autoteile zu versteigern. Wer zum Beispiel einen Kotflügel will, muss den ganzen Wagen ersteigern.Geld ist noch nicht daNoch warten Schmidlin und sein Team aber zu mit dem Organisieren. Denn es ist nach wie vor nicht ganz sicher, dass die Auktion tatsächlich stattfinden wird. Konkrete Verträge zwischen der Oldtimer Galerie, Besitzer Franz Messerli und der Gemeinde Kaufdorf müssen noch erarbeitet werden. Als Bedingung für ihr Einlenken auf eine Auktion hatte die Gemeinde eine Sicherheitsleistung von 250000 Franken verlangt. Diese liegt als solche noch nicht vor. Franz Messerli hat der Gemeinde aber mit einer Absichtserklärung «die geforderte Sicherheitsleistung in Aussicht gestellt», wie der Gemeinderat in seiner Medienmitteilung schreibt. «In den nächsten Wochen muss Franz Messerli dieses Geld der Gemeinde verfügbar machen», sagt Gemeindepräsident Markus Borer (SP). Falls die Auktion nicht zustande käme, würde die Gemeinde mit dem Geld die Zwangsräumung vollziehen. «Wenn Franz Messerli aber die Auflagen erfüllt und das Gelände wie verfügt saniert, erhält er dieses Geld vollumfänglich zurück», sagt Borer. Die Gemeinde habe sich mit einer Absichtserklärung zufrieden gegeben, «weil man nicht erwarten kann, dass Franz Messerli innerhalb von ein paar Tagen so viel Geld auftreibt». Wenn der Schrotthändler den Betrag nicht auftreiben könne, so nehme die Gemeinde «schlimmstenfalls einen Monat später» die Zwangsräumung vor. Der Gemeinderat hatte drei Offerten von Firmen eingeholt, die das Areal räumen wollten. Er bleibe weiterhin mit diesen Firmen in Kontakt, so Borer. Wie er sagt, könnte mit den 250'000 Franken die Räumung bezahlt werden. «Wir haben noch etwas Reserve einberechnet.»Franz Messerli hofft nun auf jene Personen, die in den letzten Monaten ihre Solidarität zum Autofriedhof kundgetan haben. Er will bei ihnen Geld sammeln gehen. Denn sein Geschäft bringe ihm praktisch keine Einnahmen mehr, so Messerli. «Gewinn für die Räumung»«Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die 250'000 Franken bis Ende Juni zusammenzuhaben», sagt Messerlis Anwalt Roger Lerf. Das Geld soll anschliessend auf ein Sperrkonto überwiesen werden. «Wenn nach der Auktion und der Bezahlung des Veranstalters noch Geld übrig bleibt, wird dieses für die restlichen Räumungsarbeiten auf dem Autofriedhof eingesetzt», sagt Roger Lerf. Das wolle er vertraglich vereinbaren. Für Schrotthändler Messerli ist der gestern gefasste Entscheid des Gemeinderates «auf der einen Seite super». In einer Absichtserklärung hat auch er sich für diese Lösung ausgesprochen. Und doch ist er traurig, denn: «Damit ist das Todesurteil des Autofriedhofs besiegelt.»

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