Bern

Ziehen EWB und BLS in einen Wolkenkratzer?

BernDie Planung für einen Cleantech-Tower in Ausserholligen geht bald in die nächste Runde. Im Hochhaus könnte nicht nur EWB ­seine Büroarbeitsplätze konzentrieren – auch die BLS erwägt, sich am Bau zu beteiligen.

Wie auf dieser Visualisierung könnte das Hochhaus aussehen.

Wie auf dieser Visualisierung könnte das Hochhaus aussehen. Bild: Plan C GmbH, Bern

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Am Anfang standen eine Machbarkeitsstudie und Skizzen der «städtebaulichen Akzentuierung mit Hochhaus». Eindrücklich ragt darauf der fortan Cleantech-Tower genannte Turm in Ausserholligen in den Himmel. Neben Autobahn und Weyerli-Bad überragt er die Nachbarschaft um viele Stockwerke. Die Baukosten wurden fürs Erste auf 85 Millionen Franken geschätzt.

Die Idee dahinter: Energie Wasser Bern (EWB) will in einem Neubau im Entwicklungsschwerpunkt (ESP) Ausserholligen seine Büroarbeitsplätze zentralisieren. Vor drei Jahren bestätigte dies das städtische Energieunternehmen gegenüber dieser Zeitung.

EWB informiert im Mai

Derzeit äussert sich EWB nicht zum Stand der Planung. Viele Aspekte seien noch nicht spruchreif, heisst es, im Mai sei eine ­Medienorientierung geplant. Immerhin kann angesichts des nahen Termins abgeleitet werden, dass sich im Dossier in letzter Zeit einiges getan haben muss. Trotzdem nimmt EWB aktuell nicht einmal zum Gerücht Stellung, wonach Geschäftsleitung und Verwaltungsrat inzwischen über das weitere Vor­gehen entschieden hätten.

Geschürt wurden diese Gerüchte nicht zuletzt von Berns Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL). Als er kürzlich in einer Rede aufzeigte, wie dynamisch es im einst schleppend angelaufenen ESP Ausserholligen bald zu- und hergehen wird, erwähnte er auch die Planung von EWB für einen neuen Hauptsitz. «Eventuell zusammen mit der BLS», ergänzte von Graffenried.

EWB und BLS, die zusammen ein Hochhaus bauen? Das ist neu. Auf Anfrage bestätigt BLS-Sprecherin Helene Soltermann, dass die beiden Unternehmen betreffend den Standort Ausserholligen miteinander im Gespräch seien. «Es bestehen bei der BLS derzeit aber keine konkreten ­Pläne für einen Umzug nach Ausserholligen», sagt Soltermann. «Unser Hauptsitz wird auch in naher Zukunft an der Genfergasse und im Bollwerk sein.»

«Grosse Lust auf einen Turm»

Als der Cleantech-Tower vor drei Jahren letztmals öffentliches Thema war, stand EWB vor einer Testplanung. Über deren Ergebnisse dürfte im Mai ebenso informiert werden wie über die nächsten Prozessschritte, zu denen das Unternehmen Neuigkeiten angekündigt hat.

Gemäss EWB-nahen Quellen soll bald ein Wettbewerb für den Neubau durchgeführt werden. Gleichzeitig seien die Stadt­behörden daran, ein Planungsverfahren auszuarbeiten.

Der Cleantech-Tower war eine von drei Varianten, die EWB in der Testplanung genauer untersuchen wollte. «Alles hängt von der Wirtschaftlichkeit des Projekts ab», sagte der zuständige Projektleiter bei EWB damals. Dennoch liessen sowohl er als auch der damalige Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) und dessen Stadtplanungsamt offen durchblicken, wie sehr die Idee eines Hochhauses sie alle elektrisierte. «Wir können hier ein Leuchtturmprojekt verwirklichen», hiess es bei EWB. Und Tschäppät liess verlauten, er habe «grosse Lust auf einen Turm in Ausserholligen».

Ein Leuchtturm sollte das Hochhaus nebst seiner architektonischen Ausstrahlung vor allem deshalb werden, weil es im Bereich Cleantech neue Mass­stäbe setzen würde. Die Vision des Projektleiters: Mit neusten ökologischen Technologien einen Vorzeigebau bezüglich Energie­effizienz und Nachhaltigkeit über den ganzen Lebenszyklus realisieren. «Wer, wenn nicht wir?», fragte er. (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.04.2018, 18:14 Uhr

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