Zum Hauptinhalt springen

Zugspannen verärgerten Passagiere

Genervte Bahnpassagiere zwischen Thun und Bern: Am Dienstagmorgen fielen Züge aus. Und die Information wirkte mangelhaft.

«Dieser Zug endet hier. Der Grund ist eine Änderung im Betriebsablauf». Ungläubig schauen sich die Passagiere in der S1 (Thun ab 8.13) bei der Einfahrt in Münsingen an. Auf dem Perron erfahren die gegen 200 Fahrgäste Richtung Bern, «ausserordentliche Unterhaltsarbeiten» führten zum Ausfall.

Der nächste Zug nach Bern fahre in einer halben Stunde. Dann brausen zwei Schnellzüge durch Münsingen (Thun ab 8.33 und 8.36). Manch einer ärgert sich, dass keiner der Züge hält und dass in Thun keine Durchsage zum Ausfall gemacht wurde, denn dann hätte man die späteren Schnellzüge nach Bern benützt.

Verärgerte Passagiere

Der Ärger blieb nicht auf diese Passagiere beschränkt: Auch der Zug ab Bern (8.16) fiel aus. Und in Münsingen warteten die Pendler um 6.48 und 7.18 vergeblich auf ihre Züge nach Bern. Die Nachfrage bei den SBB ergibt: Die Strecke Bern-Thun wird bis am 3. Oktober in der Nacht nur eingleisig betrieben, weil Schienen, Schwellen und Schotter ersetzt werden. Jeweils morgens nach 5 Uhr sollte sie freigegeben werden.

Doch in der Nacht auf Dienstag kam es zum Defekt bei einer Schotterreinigungsmaschine, die vor Ort repariert wurde. Deshalb war die Strecke bis 8.44 Uhr nur einspurig befahrbar.

Keine Durchsagen

Aber warum gibt es auf den Einsteigebahnhöfen keine Durchsagen, dass der Zug unprogrammgemäss unterwegs stoppt? Trifft die Beobachtung von Pendlern zu, dass sie bei Störungen bei SBB oder BLS auf der Strecke Bern-Thun immer wieder mal auf Durchsagen verzichten müssen, die auf eine bessere Transportgelegenheit der anderen Betreiberin hinweisen?

SBB-Mediensprecher Roman Marti winkt ab: «Selbstverständlich machen wir solche Durchsagen.» Im konkreten Fall publizierten die SBB den Ausfall des Zugs auf auf sbb.ch bereits um 8.10 Uhr. Hätte man also nicht Zeit für eine Mitteilung gehabt? Für Durchsagen im Bahnhof Thun sei die BLS zuständig, erklärt der SBB-Sprecher.

BLS-Sprecher Hans Martin Schaer klärt alles mit der Betriebsleitzentrale in Spiez ab und entdeckt eine weitere Baustelle (im Löchligut). Auch da sei man nicht zur Zeit fertig geworden und ein Geleise nicht verfügbar gewesen. Und so seien am Morgen vor Bern die Güterzüge gestoppt worden. Ungefähr um 8 Uhr habe man den Güterverkehr wieder anfahren lassen, sagt Schaer. «Plötzlich hatten wir zwischen Thun und Bern zuviele Züge». Als man in Thun mit der S1 um 8.13 Uhr losgefahren sei, habe man aber noch nicht gewusst, «dass man sie ab Münsingen nicht mehr durchbringt».

Abstimmungsschwierigkeiten zwischen SBB und BLS

Doch die SBB hatten die Störung um 8.10 Uhr ins Internet gestellt. Liegt also doch die Vermutung nahe, dass die Betriebsleitzentralen von SBB und BLS im Störungsfall nicht optimal miteinander kommunizieren, was zu mangelhafter Kundeninformation führt? Marti wie Schaer weisen diesen Verdacht von der Hand.

Schaer bedauert, dass der Kundenservice nicht optimal geklappt habe. «Bei uns in der Leitstelle nahm das niemand auf die leichte Schulter». Man habe sogar geprüft, einen der beiden SBB-Schnellzüge in Münsingen anhalten zu lassen. Aber der sei bereits so stark verspätet gewesen, dass es in Bern zum Anschlussbruch und damit zu Auswirkungen bis in die Ostschweiz gekommen wäre.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch