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Besser, aber noch lange nicht gut

BurgdorfDas Schlimmste ist abgewendet, die Sparmassnahmen wirken. Das Burgdorfer Budget schliesst mit einem Plus von 2,7 Millionen ab. Trotz aller Verbesserungen ist die Stadt noch nicht über den Berg.

Burgdorf drückt kräftig auf die Bremse. Peter Urech konnte gestern aufatmen. Denn der Bilanzfehlbetrag, der der Stadt Burgdorf drohte, kann vorerst abgewendet werden. «Allgemein lässt sich sagen, dass die Sparmassnahmen Wirkung zeigen», sagte der für die Finanzen zuständige Gemeinderat. Er präsentierte an der Medienorientierung zusammen mit Peter Hofer, Leiter der Finanzdirektion, das Budget 2012. Das sieht doch recht gut aus: Mit einem Gewinn von 2,7 Millionen Franken schliesst es um ganze 8,8 Millionen Franken besser ab, als der Finanzplan 2010 voraussagte. Möglich macht es die Sanierungsstrategie 2012, die umfassende Einsparungen mit sich bringt. Das Defizit von anfänglich 6,1 Millionen konnte auf 3 Millionen Franken gemindert werden. Und dank dem einmaligen Buchgewinn von 5 Millionen für die Neunutzung des Kornhauses fällt der Voranschlag letztlich positiv aus. Peter Hofer erklärte, dass sich bei der Schuldenentwicklung eine Stagnation abzeichne. «Seit Jahren können wir endlich wieder einmal an die Rückzahlung von Schulden denken.» Der neue Finanz- und Lastenausgleich des Kantons (Filag 2012) wird für Burgdorf unter dem Strich kostenneutral erfolgen. Grosse Investitionen stünden momentan nicht an, so Hofer weiter. Für die Sanierung von Casino-Theater und Markthalle hat der Gemeinderat eine andere Finanzierungsmöglichkeit angedacht: Voraussichtlich werden hier die freien Reserven der Localnet AG angezapft (wir berichteten). Weitere Sparrunden in Sicht Das ist der erfreuliche Teil. Dennoch war Gemeinderat Urech nicht zum Lachen zumute. Die finanziellen Aussichten seien zwar nicht mehr ganz so düster wie vor einem Jahr, die Stadt sei aber noch nicht über den Berg. Zwar bestehe jetzt kein akuter Handlungsbedarf mehr, sagte Urech. Die Sparmassnahmen seien aber nicht abgeschlossen. Immerhin betrage das strukturelle Defizit nach wie vor circa 3 Millionen Franken. Dieses könne nur mit weiteren Kosteneinsparungen oder Ertragserhöhungen aufgefangen werden. «Wir müssen künftig auf einzelne Leistungen verzichten», betonte Urech. Als Beispiel nannte er Stellen in der Verwaltung, die gestrichen werden müssen. Jedoch sehe man von einem «radikalen Schnitt» ab. Man bewerkstellige den geplanten Abbau über anstehende Pensionierungen. Das Eigenkapital reicht noch bis 2015 aus. Spätestens ab diesem Zeitpunkt werden die Steuern auf politischer Ebene wieder zum Thema. Eine Erhöhung des aktuellen Steuerfusses von 1,63 Einheiten ist also nicht vom Tisch. Der Stadtrat muss den Voranschlag 2012 nächsten Montag noch genehmigen. Nadja Noldin>

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