Zum Hauptinhalt springen

«Blindflug» im Nebel

snowboardDas schlechte Wetter brachte den Berner Oberländern am Europacup

Früher war die Tschentenalp Austragungsstätte von Ski-Weltcuprennen. Immer dann, wenn am Chuenisbärgli zu wenig Schnee lag – letztmals 1991. Schnee hatte es auf der Tschenten auch am Wochenende mehr als genug. In der Nacht auf Samstag waren zusätzliche 20 Zentimeter gefallen, was den Snowboardern für die Europacuprennen nicht eben behilflich war. Athleten, Material und alle freiwilligen Helfer waren aufs Äusserste gefordert. Den Härtetest nicht überstanden hatte schliesslich das Material. Weil die Zeitmessung ihren Dienst aufgab, musste das Rennen abgebrochen werden. Dies war für die Oberländer Yvonne Schütz und Corsin Heim ärgerlich. Die Erlenbacherin war für den Halbfinal des Parallelriesenslaloms qualifiziert und hätte ihr bestes Resultat der Saison erreicht. Der Frutiger Heim schied zwar im Achtelfinal aus, hätte die gewonnenen Punkte für die Gesamtwertung aber gerne genommen. Aus am Sonntag Am Sonntag blieb das Wettkampfglück für beide gänzlich aus. Schütz legte im ersten Qualifikationslauf die Bestzeit auf die Piste – und stürzte im zweiten Durchgang. «Ich habe den Ausfall nach dem Rennen analysiert», sagt die 21-Jährige. «Die Piste hatte unzählige Schläge – auf einem der Buckel wurde ich ausgehebelt.» Gesehen habe man die Unebenheiten im Nebel nicht. Heim seinerseits wollte im ersten Lauf der Qualifikation auf Sicherheit fahren. «Dabei habe ich mich verspekuliert.» Die Zeit reichte dem 24-Jährigen nicht für den zweiten Lauf. Für Schütz und Heim waren damit die Heimrennen unter dem Stichwort «misslungen» abgehakt. Zeit zum Grübeln blieb nicht viel. Denn am Morgen danach war für sie wieder beruflicher Alltag angesagt. Yvonne Schütz drückte als Zimmerin-Lehrling die Schulbank. Der Veterinärstudent Corsin Heim absolviert ein Praktikum in einer Tierklinik. Der Beruf dient als Absicherung für den Fall, dass es für die angestrebte Karriere als Snowboarder nicht reicht. «Und auch für später», sagt Heim. «Es gibt ein Leben nach der Sportkarriere.» Die kurzfristigen Ziele der beiden Oberländer decken sich. Als Mitglieder des nationalen B-Kaders streben sie den Aufstieg ins A-Kader an. Zudem haben beide die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi im Hinterkopf. Sowohl Yvonne Schütz als auch Corsin Heim haben in dieser Saison bereits Einsätze im Weltcup absolviert. «Ich habe dabei gesehen, dass bis zur Spitze nicht mehr allzu viel fehlt», sagt Heim. Und Schütz ergänzt: «Das grösste Defizit ist sicher die Konstanz.» In den nächsten Wochen werden die zwei Snowboarder im Europacup starten. Es geht darum, Selbstvertrauen für die grossen Aufgaben zu tanken.Stephan DietrichResultate Seite 18>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch