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BMH: Kann der Konkurs noch abgewendet werden?

HaslitalDie Bergbahnen Meiringen-Hasliberg (BMH) stecken in finanziellen Nöten. Touristiker und Gemeindevertreter machen sich grosse Sorgen: Sie können sich eine Stilllegung der Bergbahnen nicht vorstellen und erhoffen sich einen baldigen Ausweg aus dem Engpass.

«Eine Stilllegung der Bergbahnen Meiringen-Hasliberg ist für unsere touristische Region schlicht undenkbar»: Andreas Michel, Präsident von Haslital Tourismus, geht davon aus, dass die finanziell arg angeschlagenen BMH mit vernünftigen Sanierungsmassnahmen bald aus ihrer Krise geführt werden können und der bestehende Schuldenberg abgebaut werden kann. Er hofft aber, «dass die Gemeinden für diese Sanierung Hand bieten werden – denn gerade der Wintertourismus in unserer Region ist direkt mit der Bahn verknüpft und davon abhängig». Bis zur nächsten Montag angekündigten internen Informationsveranstaltung der BMH kann Andreas Michel nicht mehr zur Sache sagen. Schon länger in Schieflage Bereits vor einem Jahr räumte der Verwaltungsrat ein, dass das Unternehmen zu hohe Personalkosten habe. Am 13.April dieses Jahres teilten die BMH mit, dass seit Anfang Jahr 800000 Franken weniger als sonst eingenommen wurden. Vorgestern wurde bekannt, dass das Unternehmen in einem grossen Liquiditätsengpass steckt. Der warme und schneearme Winter habe ein Loch in die Kasse gerissen (siehe gestrige Ausgabe). Ohne Notmassnahmen wird der ab 28.Mai geplante Sommerbetrieb nicht möglich sein. Ob es unter den 137 Angestellten zu Kündigungen kommen wird, ist unklar. Rudolf Häfeli als Präsident des Verwaltungsrates ist per sofort zurückgetreten. Vizepräsident Gianni Biasiutti, der dessen Amt vorübergehend übernimmt, erklärte gegenüber dieser Zeitung: «Die Bahnen laufen zwar, die Angestellten werden entlöhnt, und wir sind nach wie vor zahlungsfähig. Aber die Situation ist eng.» In spätestens sechs Wochen soll eine Lösung vorliegen. «Sorgen um unsere Darlehen» Der Meiringer Gemeindepräsident Hans Jakob Walther will die erwähnte interne Informationsveranstaltung abwarten, ehe er konkrete Massnahmen zur Sanierung des Bergbahnunternehmens ankündigt. Auf Anfrage sagte er gestern: «Klar, machen wir uns Sorgen um unsere Darlehen. Wir hoffen aber, dass der Bankrott noch abgewendet werden und dass der Betrieb über Abschreibungen saniert werden kann.» Aus Sicht seiner Hasliberger Amtskollegin Katrin Nägeli-Lüthi wird entscheidend sein, wie stark sich jetzt alle Beteiligten für eine nachhaltige Rettung des Oberhasler Seilbahnunternehmens einsetzen: «Für die Tourismusgemeinde Hasliberg als Hauptaktionärin der BMH ist eine gesicherte Zukunft der Bahn ein Muss, was ein entsprechendes Engagement voraussetzen wird», sagt die Hasliberger Gemeinderatspräsidentin, die gleichzeitig als Verwaltungsrätin der BMH fungiert. Chancen gut überdenken Ueli Stückelberger, seit einem Monat Direktor Seilbahnen Schweiz: «Zurzeit stellt die Höhe ihrer Verschuldung für viele Bergbahnunternehmen ein Problem dar. Entsprechend müssen die Betriebe ihre Prognosen nicht allzu optimistisch auslegen und sich gut überlegen, welche Chancen sich ihnen bieten.» Der Direktor des Seilbahnverbandes ist überzeugt, dass im Fall der BMH eine Lösung gefunden werden kann. Bruno Petroni>

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