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Bodenständige Galionsfigur

5 Siege in 15 Rennen – Benjamin Raich ist der

Liebe auf den ersten Blick sei es gewesen, sagt Benjamin Raich. Die Aussage des 31-jährigen Tirolers gilt nicht der Beziehung zu Freundin Marlies Schild, sondern jener zu den Weltcup-Rennen am Lauberhorn. 1999, anlässlich seines erstmaligen Gastspiels in Wengen, triumphierte der Pitztaler im Slalom. 5 der 15 Wettkämpfe, die er am Lauberhorn bestritt, beendete er ganz oben auf dem Stockerl; letztmals war das vor vier Jahren in der Super-Kombination der Fall. Besteige er in Lauterbrunnen die Zahnradbahn, werde er von Glücksgefühlen begleitet – auch am letzten Montag, obwohl «bei mir in den letzten Jahren nicht alles aufgegangen ist». In der heutigen Super-Kombination (10.30/13.30 Uhr, SF2) gehört der Führende im Gesamtweltcup zum engsten, im sonntäglichen Slalom zum erweiterten Favoritenkreis. Spezialisten wie seine Teamkollegen Reinfried Herbst, Manfred Pranger und Marcel Hirscher schienen dem Allrounder zuletzt einen Schritt voraus zu sein. Maiers Erbe Sportlich betrachtet ist der Doppelolympiasieger von Turin seit geraumer Zeit die Nummer 1 in rot-weiss-roten Landen. Nach Hermann Maiers Rücktritt ist er auch in die Rolle der Galionsfigur geschlüpft. Gesucht hat er diese nicht – im Gegenteil, passt sie doch überhaupt nicht zu seiner authentischen Bescheidenheit. Man dürfe nie vergessen, woher man gekommen sei, entgegnet Raich, wird er auf seine Höhenflüge angesprochen. Und wenn die Erwartungen medienschaffender Landsleute mal wieder in andere Sphären empor schnellen, sagt er trocken: «Dass ich Raich heisse, bringt mir im Starthaus nichts.» Prangers Bewunderung In den letzten Wochen sah sich der 35-fache Weltcup-Sieger mit altbekannten Beschwerden konfrontiert. Der Rücken schmerzte, über die Feiertage befand er sich in intensiver Behandlung. Als 17-Jähriger hatte er den ersten Bandscheibenvorfall erlitten, die anvisierte Spitzensportkarriere war seitens der Ärzte als gefährdet betrachtet worden. Den Kampf mit seiner physischen Schwachstelle hat er seither unter Kontrolle, sprechen mag er darüber aber nicht. Raich verzichte konsequent auf Äusserungen, die als Ausreden interpretiert werden könnten, konstatiert ein gut informierter Journalist. Kollege Pranger – er hat eine Bandscheibenoperation hinter sich – bewundert den Landsmann ob der Leichtigkeit, mit welcher dieser dem Problem begegnet. «Am Tag nach einem Slalom wäre ich nicht in der Lage, mit den Riesenslalom-Skiern auf die Piste zu gehen.» Auf dem Boulevard ist Raich selten präsent, Skandale sind im Umfeld des Familienmenschen unvorstellbar. Die standesgemässe Rückkehr seiner Freundin – so viel lässt er sich entlocken – verleihe ihm zusätzliche Motivation. Es erstaunte jedenfalls nicht, sollten dieser Schub und die erwähnten Glücksgefühle heute im sechsten Lauberhorn-Triumph münden.Micha JeggeStartliste und Trainingsresultate Seite 12>

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