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Bürgerspital wird Jahrhundertbau

Fit für die Zukunft: Der Regierungsrat will das Bürgerspital in Solothurn mit 320Millionen Franken von Grund auf erneuern. Das Basler Büro Gmür Architekten GmbH hat den Planungswettbewerb gewonnen.

Mit Spitälern ist es wie mit Bahnprojekten: Man muss heute über die Infrastruktur befinden, die in 10 bis 20 Jahren gebraucht wird.

Was dann aber wirklich sein wird, weiss niemand so genau, auch wenn im Gesundheitswesen zwei wesentliche Eckpunkte schon gesetzt sind. Die Fallfinanzierung im Jahr 2012 und die freie Spitalwahl sind es, die den Gesundheitsbehörden Beine machen. Das Ziel muss also sein, den Blinddarm und die Hüftprothese möglichst kostengünstig und gut herauszuholen oder einzusetzen. Der Regierungsrat des Kantons Solothurn und die Leitung der Solothurner Spitäler AG (SoH) haben die Situation analysiert und sind zum Schluss gekommen, dass das Bürgerspital Solothurn den Anforderungen nicht genügt. Ein Sammelsurium von Gebäuden, die im Laufe der letzten 80 Jahre nach und nach entstanden sind, hätten den Ablauf so verkompliziert, dass er nicht mehr effizient genug ist. Schon lange, so Baudirektor Walter Straumann, seien grössere Bauten unterblieben, dies im Hinblick auf eine grössere Sanierung.

Wie viele Betten braucht es?

Schon im Jahr 2001/2002 wurden Machbarkeitsstudien erstellt, wobei geprüft wurde, ob wichtige Bauten wie der Operationstrakt oder das Bettenhaus erneuert werden sollen und können. Das hat sich laut Straumann aber als nicht optimal erwiesen. So entstand Anfang 2007 das Konzept Gesamtsanierung, und in der Folge lief ein Wettbewerb. Bevor dieser gestartet werden konnte, musste erst einmal festgelegt werden, welches die ideale Bettenzahl ist. Für Regierungsrat Peter Gomm sind es deren 250, zehn Betten mehr als heute. Weil der Kanton Solothurn bereits über vergleichsweise wenige Betten pro Einwohner verfügt und schweizweit auf dem fünftletzten Platz liegt, sei kein Abbau nötig. Für einen Ausbau sprächen zwar das zunehmende Durchschnittsalter der Bevölkerung, die wachsende Anspruchshaltung und mehr Operationen aufgrund besserer Diagnosen. Die Argumente dagegen seien indes etwa gleich stark: Die Patienten werden früher entlassen und auch mit neuen, besseren Operationsmethoden behandelt. Weiter entschied der Verwaltungsrat der SoH, dass das spitalmedizinische Angebot im oberen Kantonsteil in Solothurn konzentriert werden sollte, während Grenchen als Zentrum für Altersmedizin dienen wird.

Eine knifflige Aufgabe

Schliesslich beteiligten sich 20 Büros anonym am Planungswettbewerb, vier davon konnten weiterarbeiten. Eine wahrhaft knifflige Aufgabe, denn es galt ja nicht nur, ein effizientes Spital anzulegen, sondern auch ein Bauprogramm, das den laufenden Betrieb nicht allzu sehr stört. Auch sollte bei Veränderungen im Gesundheitswesen möglich sein, Gebäude grösser oder kleiner anzulegen, ohne dass man wieder von vorne mit Planen beginnen muss. «Die Funktionalität stand im Vordergrund», sagt SoH-Verwaltungsratspräsidentin Verena Diener zu den Prioritäten. Und je besser die Schnittstellen seien, desto besser sei die Qualität und desto geringer die Kosten.

Klarer Sieger

Der Wettbewerb brachte einen klaren Sieger: das Büro Gmür Architekten GmbH aus Basel schwang in den Augen der Jury in den Hauptkriterien Kosten, Nutzen und Gestaltung obenaus. Silvia und Reto Gmür schlagen einen Komplex in Form eines L vor. Im langen Balken die Behandlung, im kurzen der Wirtschaftstrakt und in der Ecke das Bettenhaus. Von den Kosten von 320 Millionen Franken gehen 250 Millionen in Neubauten, der Rest in Sanierungen. Ein Teil der Gebäude wird abgerissen, die geschützten Altbauten aus den 30er-Jahren bleiben stehen.

Auch wenn der Regierungsrat weiss, was er will, ist der Weg zum neuen Spital noch weit. Im kommenden Jahr wird das Vorprojekt erarbeitet, 2010 sollen der Kantonsrat und das Volk abstimmen, ab 2013 kann gebaut werden. Im Jahr 2020, so der Zeitplan, liegen die ersten Patienten im neuen Spital. Die lange Dauer hat zumindest einen Vorteil: Bis dahin soll der Kanton die Brocken Umfahrung Olten und Gesamtsanierung Kantonsspital Olten finanziell verdaut haben.

Ausstellung der eingereichten Projekte vom 12. bis 24. November im Sultex-Areal, Allmendstrasse 8 in Zuchwil, Gebäude 322 (rechts vom Pförtnerhaus). Öffnungszeiten täglich von 13.30 bis 19 Uhr.

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