Burger kritisieren das Vorgehen der Gemeinde

Wilderswil

In Sachen Kündigung der Verwaltung ist die Gemeinde Wilderswil bei der Schlichtungsbehörde schon vorstellig geworden. Die Burger stören sich an diesem Vorgehen.

Hier entsteht das neue Betriebsgebäude, das jedoch frühestens im Herbst 2020 bezugsbereit ist.

Hier entsteht das neue Betriebsgebäude, das jedoch frühestens im Herbst 2020 bezugsbereit ist.

(Bild: Sibylle Hunziker)

Samuel Günter@samuel_guenter

«Der Gemeinderat spielt ein unsauberes Spiel», kritisiert Stefan Amacher, interimistischer Präsident der Burgergemeinde. Diese hatte der Einwohnergemeinde die Räumlichkeiten der Gemeindeverwaltung gekündigt. Zur Erinnerung: Die Stimmbürger sprachen sich vor wenigen Wochen für den Umzug der Verwaltung in das neue Betriebsgebäude aus. Dieses ist aber frühestens im Herbst 2020 bezugsbereit.

Vonseiten der Burger wurde kritisiert, dass die Gemeinde nicht den Kontakt suchte, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Deshalb habe man entschieden, Nägel mit Köpfen zu machen, um die Zukunft der Liegenschaft zu planen. Vonseiten des Gemeinderates wies man den Vorwurf der mangelnden Kommunikation zurück.

Vorladung erhalten

Beide Seiten betonten indes, man sei für weitere Gespräche bereit. «Es kann ja nicht die Idee sein, dass wir uns vor der Schlichtungsbehörde in Thun wiederfinden», erklärte Gemeindepräsidentin Marianna Lehmann letzte Woche gegenüber dieser Zeitung.

Diese Aussage kritisiert Amacher scharf. «Da wird das eine gesagt und das andere getan», sagt er. «Wir haben die Vorladung der Schlichtungsbehörde schon erhalten.» Es gehe nicht, dass die Gemeindepräsidentin in der Presse erzähle, man wolle den Gang vor die Schlichtungsbehörde vermeiden. «Und dabei hat man das Verfahren schon eingeleitet.»

Fristen als Grund

Gemeindeschreiber Christian Hartmann relativiert die Vorwürfe. «Die Gemeinde musste aufgrund der Fristen schon bei der Schlichtungsbehörde vorstellig werden.» Er verweist dabei auf die terminlichen Abläufe. Die Urnenabstimmung fand am 7. April statt. «Aber erst am 13. Mai war das Resultat rechtskräftig», erklärt Hartmann. «Erst dann war klar, dass gebaut werden kann.» Die Kündigung durch die Burgergemeinde sei am 24. April eingegangen. «Ab diesem Zeitpunkt hatten wir 30 Tage Zeit, die Schlichtungsbehörde anzurufen – aber erst galt es eben noch den 13. Mai abzuwarten.» Da sei nicht viel Zeit übrig geblieben, deshalb habe man schnell handeln müssen.

Hartmann betont, dass er persönlich auf der Burgerverwaltung vorbeiging, um sie über diesen Schritt zu informieren und gleichzeitig die Gesprächsbereitschaft der Einwohnergemeinde mitzuteilen. Die Meldung bei der Schlichtungsbehörde sei also rein vorsorglich erfolgt, weil sie zu einem späteren Zeitpunkt, falls man sich nicht gefunden hätte, nicht mehr möglich gewesen wäre. «Wir können das Schlichtungsbegehren jederzeit zurückziehen.» Gemäss Hartmann habe man inzwischen Gespräche vereinbart.

Berner Oberländer

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