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Bystronic baut 60 Stellen ab

BützbergHarter Schlag für die Region: Die Bystronic Glass baut an ihrem Standort in Bützberg bis Ende März 60 Stellen ab. Gleichzeitig verlegt die Gruppe ihren Sitz nach Deutschland.

Das vergangene Jahr war für die Bystronic Glass mit Sitz in Bützberg kein gutes. Die Gruppe, die Anlagen und Maschinen für die Glasbearbeitung herstellt, musste im ersten Halbjahr 2011 einen markanten Umsatzrückgang von 14 Prozent auf 64,4 Millionen Franken hinnehmen. Noch im August 2011 hatte es geheissen, ein Stellenabbau sei nicht vorgesehen (wir berichteten). Jetzt, rund fünf Monate später, sieht es anders aus – und es trifft vor allem die Region Oberaargau hart: Wie das Unternehmen gestern mitteilte, werden am Standort in Bützberg 60 Stellen gestrichen. Bis Ende März soll der Vorgang abgeschlossen sein. Im Zuge dieses Abbaus verlegt die Bystronic Glass gleichzeitig ihren Sitz vom Oberaargau ins deutsche Neuhausen-Hamberg, wo die Gruppe bereits einen Produktionsstandort betreibt. Seit 1994 gehört Bystronic Glass zur schweizerischen Industrieholding Conzzeta AG. Mehrere Gründe für Abbau Der Abbau in Bützberg ist eine Folge davon, dass Bystronic Glass laut der Mitteilung «Kräfte bündelt und Geschäftsfelder strafft». So wird im Oberaargau die Produktion von Maschinen für den Gebäudeglaszuschnitt eingestellt. Einzig die Ersatzteillieferung und der Service der Maschinen gehen weiter. Auch die Maschinen- und Anlagenproduktion im Bereich Fahrzeugglas soll in Bützberg bleiben. Die Bystronic Maschinen AG macht also weiter. Zumindest vorerst: «Solange der Betrieb erfolgreich ist», wie André Brütsch, CEO von Bystronic Glass, sagt. Es handle sich aber nicht um einen Abbau auf Raten. Die Gruppe nennt in der Mitteilung eine Reihe von Gründen für den Abbau in Bützberg und die Verlagerung innerhalb von Deutschland. So hätten sich die unsicheren Konjunkturaussichten negativ auf den Bestellungseingang ausgewirkt. Zudem bestünden in einigen Geschäftsfeldern Überkapazitäten. In Kombination mit den sinkenden Glaspreisen führe dies bei immer kleineren Margen zu einem hohen Kostendruck. Und nicht zuletzt habe der starke Franken gerade für die Bystronic Maschinen AG in Bützberg zu Nachteilen im Wettbewerb geführt. Die Kritik der Gewerkschaft Gemäss Mitteilung sind die Behörden und Sozialpartner über den Abbau informiert worden. Die Verhandlungen über einen Sozialplan seien aufgenommen worden, heisst es. Dem widerspricht indes die Gewerkschaft Unia. In einer Mitteilung (Titel: «Brutaler Stellenabbau, schlechter Stil») wirft die Unia der Bystronic Glass vor, sie verletzte in zwei Punkten den Gesamtarbeitsvertrag (GAV) der Maschinenindustrie, dem sie selber auch unterstellt sei: Erstens habe die Unia vom Abbau aus den Medien erfahren; zweitens sei die Konsultationsfrist mit neun Tagen zu kurz angesetzt worden. Sollten die Kündigungen bereits Ende Monat ausgesprochen werden, wären diese laut Unia missbräuchlich. Die Gewerkschaft verlangt nun, die Konsultationsfrist sei zu verlängern. Das weitere Vorgehen will die Unia an einer Betriebsversammlung in den nächsten Tagen beschliessen. Ein Sprecher von Bystronic Glass wollte zu den Vorwürfen der Unia nicht im Detail Stellung nehmen. Er sagte bloss: «Wir halten die gesetzlichen Vorgaben des Konsultationsverfahrens ein.»Dominik Balmer>

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