Chrigel Maurer ist fünffacher Sieger

Monaco

Der Oberländer Chrigel Maurer gewinnt das längste Gleitschirm-Biwakrennen ­X-Alps zum fünften Mal. Es war ein Sieg, den er sich vor allem erlaufen musste und der erst ganz am Schluss feststand.

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Er konnte es am Donnerstagmorgen noch so richtig gemütlich nehmen: Christian «Chrigel» Maurer lief nach vierstündiger Wanderung von Ventimiglia nach Peille hoch über Monaco präzis um 10.55 Uhr im Ziel des 8. X-Alps ein. Für die 1138 Kilometer lange Strecke von Salzburg bis zum Mittelmeer benötigte der 34-jährige Frutiger somit zehn Tage, 23 Stunden und 25 Minuten.

Das ist die zweitlängste Zeit seiner fünf X-Alps-Siege. Aber noch nie war die Route derart anspruchsvoll wie in diesem Jahr, mit drei Querungen der Alpen und einem Abstecher nach Slowenien. Dazu kamen häufige Schlechtwettertage, an welchen die 31 weltbesten Gleitschirmathleten aus 20 Nationen zu Fuss mit dem gepackten Gleitschirm am Rücken vorwärtsgehen mussten.

Der entscheidende Flug

Seit dem zweiten Renntag befand sich Chrigel Maurer an der Spitze des Feldes, wurde zeitweise aber arg bedrängt und konnte sich seines Sieges nie sicher sein. Erst nach einem 50-Kilometer-Marsch auf den 1871 Meter hohen Tendepass und einem genialen Flug bis zum Meeresstrand von Ventimiglia stand der fünfte Sieg von Maurer fest.

Denn sein hartnäckigster Konkurrent aus Frankreich, Benoît Outters, plagte sich zu diesem Zeitpunkt mit 50 Kilometer Rückstand zu Fuss mitten durch die Sommerhitze der Po-Ebene südwärts. Wie schnell sich alles ändern kann, zeigte Outters aber gestern Morgen mit einem eindrücklichen letzten Flug direkt ins Ziel, das er nur knapp zwei Stunden nach Maurer erreichte.

Der direkte Anflug auf Monaco war für Maurer wegen des zu starken Westwindes nicht möglich, weshalb er 15 Kilometer Luftlinie östlich davon in Ventimiglia am Meeresstrand landen und die verbleibende Distanz heute Morgen zu Fuss bewältigen musste.

«Ist und bleibt unglaublich»

«Es tönt verrückt, aber es geht mir in erster Linie gar nicht um den Sieg und den Erfolg, sondern darum, dieses Abenteuerrennen überhaupt zu schaffen, gekrönt von einem Flug hinunter ans Meer in Monaco», sagt Chrigel Maurer.

Die Vorstellung, zehn Tage vorher in Salzburg gestartet zu sein, dann im Wallis über den Theodulpass auf dem Gletscher gegangen zu sein und jetzt die Füsse im Mittelmeer zu baden, und dies alles mit eigener Körperkraft und mithilfe des Windes – «das ist und bleibt einfach unglaublich».

Das 8. X-Alps, das längste und härteste Gleitschirmrennen der Welt wurde am 2. Juli in Salzburg gestartet. Acht Teilnehmer sind aus dem Rennen ausgeschieden.

Berner Oberländer

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