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«Circa 10 Meter vor den Scheiben knallte es»

DärstettenEin Biker bekam die Erlaubnis, vor den Scheiben der Weissenburgberg-Schützen durchzufahren. Trotzdem knallte ein Schuss. Wie stehts um die Sicherheit solcher Anlagen?

Stefan Gugger aus Steffisburg war im Simmental per Mountainbike unterwegs. Er benutzte auf seiner Tour auch eine Alpstrasse, die beim Weissenburgberg einen Scheibenstand quert. Die zugleich als Wanderweg dienende Route war mit einer Kette abgesperrt, und es wurde geschossen. Per E-Mail schilderte Stefan Gugger später der Gemeindeverwaltung Därstetten sowie dieser Zeitung, was dann passierte: «Trotz meinem Rufen zeigte sich niemand am Scheibenstand. Ich fuhr deshalb mit dem Bike zum Schützenhaus runter und bekam die Erlaubnis zur Durchfahrt. Doch circa 10 Meter vor den Scheiben angelangt knallte ein Schuss! Ich kehrte erschrocken und verärgert um. Im Scheibenstand zeigte sich nach wie vor niemand, nur die Scheiben wurden heruntergenommen. Vom Schützenhaus her wurde mir durch lautes Rufen und Winken gezeigt, dass ich nun endlich gehen solle – was ich dann tat.» Der Steffisburger hielt aber in seinem Schreiben fest: «Bei solch fahrlässigem Schiessbetrieb ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich ein schwerer Unfall ereignet. Ich bin dankbar, wenn sich die Gemeinde mit den Schützen überlegt, wie die Sicherheit künftig gewährleistet werden kann.» Prompte Entschuldigung Därstettens Gemeindeschreiber Lorenz Ueltschi entschuldigte sich umgehend im Namen der Gemeinde bei Stefan Gugger für den «auf unserem Gebiet erlebten Schrecken». Man habe die Situation mit den Verantwortlichen der Weissenburgberg-Schützen sowie dem Leiter des Schiesskreises besprochen und komme in Absprache mit dem Eidgenössischen Schiessoffizier zur folgenden Feststellung: «Der Scheibenstand und die bestehenden Sicherheitsvorkehrungen sind abgenommen und werden jährlich kontrolliert. Es liegt kein Verstoss gegen die Sicherheitsvorschriften während des Schiessbetriebs vor, da die nötige Absperrung angebracht war.» Sie würden das Ereignis bedauern, sähen aber keinen Handlungsbedarf beim Sicherheitskonzept. «Es handelt sich um einen bedauerlichen Einzelfall, der wahrscheinlich durch ein Kommunikationsproblem beziehungsweise einen Fehler des Schützenmeisters ausgelöst wurde.» Der Gemeindeschreiber hielt gegenüber Stefan Gugger fest: «Wir können nicht rückgängig machen, was ihnen widerfahren ist und bedauern dies. Die Zuständigkeit für den Schiessbetrieb liegt aber nicht bei der Gemeinde. Wenn von der zuständigen Behörde die Sicherheitsvorkehrungen als ausreichend taxiert werden, sehen wir von unserer Seite ebenfalls keinen Handlungsbedarf.» Stefan Gugger zeigte sich Tage später – in der Hoffnung, dass es bei diesem Einzelfall bleibe – vom Schrecken erholt und von den Abklärungen einigermassen befriedigt. Dem vor Ort begegneten Schützenmeister wünsche er allerdings, dass er «aktiv an seinem Kommunikationsstil arbeitet und sich seiner Verantwortung gegenüber Wanderern, Bikern und Einheimischen bewusst wird.» Aus Sicht eines Schützen Fritz Bieri ist Mitglied der Weissenburgberg-Schützen, einem Verein mit gut einem Dutzend Aktiven. Er hat am besagten Schiesstag vor dem Schützenhaus mit Stefan Gugger gesprochen. «Unser Schützenmeister schoss gerade, darum habe ich dem Biker gesagt, er solle die Abschrankung passieren, das Schiessen werde dann eingestellt.» Gegenüber dieser Zeitung erklärte Bieri, oberhalb des Scheibenstandes könne die Unterbrechung des Schiessens und die somit ungefährliche Passage mittels einer bei der Absperrung angebrachten Klingel erbeten werden. Unterhalb des Scheibenstandes sei das Strässchen von diesem aus einsehbar. Nach dem Klingeln, oder wenn jemand von unten her in die heikle Zone komme, würden die fünf Scheiben auf Geheiss der Zeigerchefin heruntergeholt und der Schiessbetrieb unterbrochen. «Die Sicht auf den Mann war vom Schiessstand und vom Scheibenstand aus gewährleistet. Die Scheiben sind ja dann auch eingezogen worden. Der Biker war bei dem geschilderten Schuss bedeutend weiter von der Gefahrenzone entfernt, als er offensichtlich glaubte.» Bis jetzt habe es noch nie Probleme gegeben, sagte Bieri. Dass der Steffisburger sich in Gefahr gefühlt habe, tue ihm leid.Peter Rothacher>

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