Daniel Eymann beendet seine Karriere

Interlaken

Der Oberländer Elitebiker Daniel Eymann beendet seine erfolgreiche Karriere. Der Halbprofi will sein Teilzeitarbeitsverhältnis erhöhen, sich aber weiterhin intensiv sportlich betätigen.

Daniel Eymann bei einem seiner zahlreichen Einsätze. Nun ist der Interlakner vom Elitesport zurückgetreten.<p class='credit'>(Bild: zvg)</p>

Daniel Eymann bei einem seiner zahlreichen Einsätze. Nun ist der Interlakner vom Elitesport zurückgetreten.

(Bild: zvg)

Im besten Rennfahreralter von erst 27 Jahren hat der Interlakner Daniel Eymann seine erfolgreiche Karriere als Cross-Country-Elitebiker überraschend beendet. Der Entschluss, mit dem Bikesport aufzuhören, sei nach reiflicher Überlegung erfolgt, verriet er, der als Halbprofi einer der vielen starken Schweizer Elitebiker war.

Beim Aargauer Bike-Team Fischer-BMC von Beni Ruf, dem er sich vor Jahresfrist angeschlossen hat, habe er sich sehr gut aufgehoben gefühlt. «Die Betreuung, die ich da erfahren habe, liess keine Wünsche offen, und ich be­daure gar, dass ich mich nicht schon früher in die Obhut von Teamchef Beni Ruf begeben habe», lobt Eymann.

Biken und Skifahren

Dass der gelernte Polymechaniker und erfolgreiche Absolvent der Technikerschule Biel während seiner Profikarriere bei der Ruag eine Teilzeitstelle als Produktionstechniker bekleidete, erleichtere den Rücktritt nun sehr. Er hat sein Teilzeitpensum auf 80 Prozent erhöht.

Dies ermöglicht es dem Zurückgetretenen, sich in der Freizeit sportlich fit zu halten und seine Leidenschaft Biken und «Gümmele» ohne Druck weiterhin auszuüben. Um endlich wieder so richtig Ski fahren zu können, müsse es zuerst eine neue Ausrüstung anschaffen, verriet der frühere Skirennfahrer und Skicrosser.

Durchzogene letzte Saison

Die Resultatausbeute der vergangenen Bikesaison darf sich sehen lassen. «Ich konnte zwei nationale Rennen im Rahmen des Argovia-Cups gewinnen. Und beim Mehretappenrennen Transmaurienne war ich Etappensieger», so Eymann. Auch mit dem achten Platz an den stark besetzten Schweizer Meisterschaften ist er sehr zufrieden.

«Es blieben während meiner Bikekarriere viele schöne Erlebnisse und Eindrücke haften.»Daniel Eymann

Er bedaure einzig, dass er bei den MTB-Weltcuprennen nicht die beste Leistung habe abrufen können. Beim Weltcupheimrennen auf der Lenzerheide sah er sich auf dem technisch anforderungsreichen, recht holperigen Rundkurs mit einem hinten nicht gefederten Hardtail-Bike gegen die Fully-Fahrer im Nachteil. Und beim Weltcupfinal habe eine heftige Magen-Darm-Grippe den Effekt der aufwendigen Vorbereitung völlig zerstört, hadert der Pechvogel.

Spass an Eiger Bike

Seinen Abstecher zu den Langstreckenbikern bei der letztjäh­rigen Eiger Bike Challenge Grindelwald habe hingegen echt Spass gemacht. «In der malerischen Gebirgslandschaft rund um Grindelwald einen 88 Kilometer langen Trail zu fahren, war für uns kurze, technisch schwierige Rundkurse gewohnte Cross-Country-Biker eine schöne Abwechslung», schwärmt Eymann. Er verlor dabei auf MTB-Mara­thon-Seriensieger Urs Huber nur 20 Minuten und traf als Overall-Siebter auf dem Grindelwalder Baerplatz ein.

Später wie Bikelegende Christoph Sauser von der olympischen Distanz zu den Marathonbikern zu wechseln, könne er sich nur in einem grossen Profiteam vorstellen. «Nach Verhandlungen mit Langstreckenteams habe ich entschieden, dass ich da nicht die gewünschten Rahmenbedingungen für einen Wechsel vorfinde.» Das Niveau sei in der Schweiz mittlerweile so hoch, dass wer nicht Vollprofi sei, kaum mehr Chancen habe, den Lebensunterhalt mit Biken zu gestalten, bestätigt der Thuner MTB-Nationaltrainer Bruno Diethelm.

Weitere sportliche Highlights

Als Biker wird Eymann auch wieder eine wertvolle Verstärkung bei der Inferno Team Trophy und anderen Polysportstafetten sein. Für ein ideales Wettkampftraining hält er die Rennen des Regionalverbandes Swiss Cycling Berner Oberland-Emmental.

«In der Gebirgslandschaft rund um Grindelwald einen Trail zu fahren, war für uns Cross-Country-Biker eine schöne Abwechslung.»Daniel Eymann

«Als Technikbegeisterter hat mich im Bikesport auch immer die rasante technische Entwicklung fasziniert», sagt Eymann. «Ich selber war jedenfalls stets bestrebt, technisch auf dem neusten Stand zu sein.»

Reisen und Kameradschaft

«Es blieben während meiner ­Bikekarriere viele schöne Er­lebnisse und Eindrücke haften. Ich durfte Rennen in halb Europa, Malaysia und Amerika fahren und nahm mit der Nationalmannschaft an je einer Welt- und Europameisterschaft teil», blickt der Oberländer zurück.

Daniel Eymann wusste die grosse Kameradschaft und den guten Geist, der in der Bikeszene unter Fahrern, Mechanikern und Betreuern herrscht, stets zu schätzen.

Berner Zeitung

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