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Das Basejumpen – Herkunft, Unfallstatistik und Problematik aus der Sicht des gebirgsmediziners

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Der Name «Basejump» ist nicht etwa vom Wort «Basis» abgeleitet, sondern bezeichnet in der englischen Sprache das Springen von «B» wie Buildings (Gebäuden), «A» wie Antennen, «S» wie Span (Brücken) und «E» wie Earth (Felsen). Bereits 1966 sprangen erste Fallschirmspringer auf der Suche nach dem ultimativen Kick im Yosemite National Park (USA) vom El Capitan. In Lauterbrunnen wird erst seit 21 Jahren gesprungen. Durch seine einzigartige Kesselform wurde das Oberländer Lütschinental zum weltweiten Mekka der Basejumper: Letztes Jahr wurden in Lauterbrunnen rund 15000 Sprünge absolviert. Bruno Durrer führt seit 24 Jahren in Lauterbrunnen, nur wenige hundert Meter von den Absprungstellen der Basejumper entfernt, eine Arztpraxis. Er arbeitet eng mit der Air-Glaciers zusammen und führt eine Statistik über Unfälle von Basejumpern im Lauterbrunnental. Diese Statistik belegt, dass sich seit dem ersten Unfall vor 17 Jahren 166 Unfälle mit 30 Todesopfern, 16 Schwerverletzten, 57 Verletzten mittleren Grades, 24 Leichtverletzten und 39 Unverletzten ereigneten. Durrer stellt aber fest, «dass die Anzahl der Unfälle im Verhältnis zur stark steigenden Anzahl der Sprünge nicht zunimmt, sondern seit einigen Jahren weitgehend konstant bleibt». Der Anteil an Todesopfern (19 Prozent) ist bei den 166 registrierten Unfällen nur unwesentlich höher als bei den Bergsteigern (15 Prozent). «Trotzdem wird das Basejumpen als Extremsport angesehen, das Bergsteigen aber nicht. Und das, obwohl wir bisher noch nie mehr als 5 tödliche Basejumperunfälle pro Jahr hatten.» Völlig absurd und «daneben» findet der Bergretter die Publikation der «Neuen Zürcher Zeitung» vom 26.Juni, wonach sich in den letzten gut zwei Jahren im Lauterbrunnental gegen zwei Dutzend tödliche Unfälle ereignet hätten: «Dies ist unseriös recherchierter Journalismus, der die Tatsache völlig verzerrt.» Bruno Durrer, der viele Basejumper persönlich gut kennt, weiss: «Es gibt viele seriöse Springer, aber leider halt auch Gruppen, die sich nicht an die Spielregeln halten. Für die meisten Talbewohner sind die Basejumper keine Zumutung, sondern angenehme Gäste, die keinem etwas zuleide tun.»bpm>

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