Das Einrad – ein vielseitiges Sportgerät

Interlaken

Der Verein Einradtreff Boedeli trainiert für «sein» Rennen Anfang Mai.

<b>Intensives Training:</b> Diese drei Frauen beherrschen ihr Einrad virtuos.

Intensives Training: Diese drei Frauen beherrschen ihr Einrad virtuos.

(Bild: Monika Hartig)

«Am Anfang ist man auf dem Einrad sehr wackelig. Doch wenn man den Bogen mal raushat, kann man viel machen», sagte Lukas Mosimann aus Unterseen. Am Samstag trainierten etwa zehn Mitglieder des Vereins Einradtreff Boedeli in der Sporthalle des Gymnasiums Interlaken. Ziel war dieses Mal, fit zu werden für das Einradrennen Interlaken am Sonntag, 5. Mai.

Mädchen und Jungen ab acht Jahren balancierten mit ihrem Einrad über Bänke und Matten, fuhren Slalom, warfen mit Tennisbällen nach Hütchen oder spielten Sitzball. Beim Pfiff der Trillerpfeife galt es, möglichst rasch von A nach B zu radeln. Trainingsleiterin Ariane Fahrer mass die Zeit. «Das monatliche Training in der Disziplin Freestyle ist auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet. Spiel und Spass stehen dabei im Vordergrund», so Mosimann.

Inspiriert von Zirkus

Mosimanns Sohn Nils (19) beherrscht sein Einrad virtuos. Er beeindruckt mit Kunststücken wie etwa dem «Wheelwalk», bei dem die Füsse die Räder des Einrads antreiben. Inspiriert wurde Nils von Einradnummern im Zirkus; er begann selbst zu trainieren und konnte auch seine Eltern dafür begeistern. 2014 gründeten Ute und Lukas Mosimann den Verein Einrad Boedeli.

Als Verein konnte man eine Turnhalle mieten. «Die Gymerturnhalle mit der Sprossenwand zum Festhalten ist auch für ­Anfänger bestens geeignet», so Lukas Mosimann. Schnuppern beim allmonatlichen Training ist möglich; der Verein hat Einräder in verschiedenen Grössen auf ­Lager.

Balance und Geschick

«Das Einradfahren sieht gefährlicher aus, als es ist. Man kann immer abspringen», führt Mosimann weiter aus. Der Sport schult Gleichgewicht und Geschicklichkeit. Man erlernt neue Fähigkeiten wie rückwärts oder einbeinig fahren. Artistische Einlagen zeigte beim Training am Samstag etwa Daoud Zeidan (12) aus Niederried: «Ich tanze mit dem Einrad!» Vereinspräsidentin Ute Mosimann fährt gerne draussen: «Einrad fahren in der Natur ist sehr entspannend und gut zum Abschalten.»

Von Thun nach Bern

Diesmal trainierte auch Vereinsmitglied Carsten Stoermer (51), Chemiker aus Thun, mit: «Mit dem Hallentraining bleibe ich in Übung und komme unter die Leute.» Auch er ist gerne im Freien unterwegs – mit seinem 36-Zoll-Einrad. «Die grossen Räder rollen sehr träge und ruhig.» Stoermer radelte so auch schon mal von Thun nach Bern und will am Einradrennen mitmachen. Amüsant seien jeweils die Reaktionen der Leute auf der Strasse: «Man wird gross angeschaut mit viel Ah und Oh, wenn man auf dem Einrad daherkommt.»

Bisher ist Einradfahren noch eine Randsportart, die Szene relativ klein. Der Verein Einradtreff Boedeli mit seinen 20 Mitgliedern will den vielseitigen Sport bekannter machen. Nebst Freestyle oder Rennen über verschiedene Distanzen gibt es die Disziplinen Touren, Downhill, Langstrecken draussen oder den Mannschaftssport Einradhockey.

Rennen am 5. Mai

Fünf Vereinsmitglieder organisieren das Einradrennen Interlaken, das am Sonntag, 5. Mai, von 10 bis 16 Uhr auf dem Flugplatz Interlaken mit Festwirtschaft stattfindet. Anmeldungen sind noch möglich.

www.einradtreff-boedeli.ch

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