Zum Hauptinhalt springen

Das friedliche Trommelfeuer

Drumfire, die Trommel-Showgruppe aus drei Kantonen, spielten am Samstag am 18.Trommelfestival Köniz. Sie heizten dem Publikum mit schnellen Rhythmen auf ungewöhnlichen Instrumenten mächtig ein.

Samstagabend in der Aula des Oberstufenzentrums Köniz. Auf der Bühne bietet sich dem Publikum ein unerwarteter Anblick. Links stehen drei gewaltige grüne Ölfässer, rechts daneben drei hölzerne Kisten, und hinter alldem ist ein Schlagzeug aufgebaut. An und auf diesen Instrumenten stehen oder sitzen zehn Mitglieder von Drumfire. Die Showgruppe ist bereit, dem Publikum am 18.Trommelfestival einzuheizen. Ölfässer übertönen alles Das Schlagzeug gibt den schnellen Takt vor. Die Männer an den Holzkisten fallen mit hellen, knackigen Tönen ein. Und dann gehts richtig los. Pro Ölfass haben sich je zwei Mann aufgestellt, nun beginnen sie die blechernen Ungetüme mit dicken Holzstäben zu bearbeiten. Der Effekt ist überwältigend. Trommelfans sind sich ja, was die Lautstärke eines Konzerts angeht, einiges gewohnt, der Ölfasssound überbietet aber alles. Die tiefen, metallenen Töne überschwemmen den ganzen Saal, lassen die Gläser auf den Tischen und die Zwerchfelle in den Zuhörer erzittern. Die Trommeln des Schlagzeuges gehen unter in dem gewaltigen, mitreissenden Tosen der Ölfässer. Das Publikum ist begeistert und spendet frenetisch Applaus. Dreizehn mit Herzblut «Die Ölfassnummer ist unser neustes Stück», sagt Daniel Nellen aus Glis VS nach dem Auftritt. Drumfire hätten es erst letzten Herbst ins Programm aufgenommen. Drumfire ist eine Trommel-Showgruppe, die 2001 von 13 ehemaligen Trommelrekruten gegründet wurde. «Wir sind alle seit unserer Jugend mit Herzblut am Trommeln», sagt Philippe Müller aus Hasle-Rüegsau, der von Anfang an dabei ist. Nach der RS sei der Gedanke aufgekommen, etwas Eigenes, Neues auf die Beine zu stellen. «Ich wurde von einigen meiner ehemaligen Rekruten angefragt, ob ich bei einer eigenständigen Trommelgruppe mitmachen wollte», erinnert sich Reto Käser aus Erlinsbach. Seither hat sich einiges verändert. Aus den Trommelrekruten sind selbstständige Trommelfachleute geworden, von denen die meisten bereits einem eigenen Trommelverein vorstehen. Eine Eigenheit von Drumfire blieb hingegen erhalten. Die Mitglieder stammen aus den drei Kantonen Solothurn, Bern und Wallis und treffen sich nur selten zu Proben. «Von uns hat jeder sein eigenes Vereinsleben in seinem Heimatverein», sagt Matthias Hadorn aus Schönbühl. Als Drumfire treffen sie sich nur vier bis sechs Mal pro Jahr zu Auftritten. Trommelfeuer auf dem Eis Trotzdem kann die kleine Ad-hoc-Gruppe schon Highlights und Erfolge verbuchen. Neben ihren Auftritten an Trommelfestivals und Wettbewerben waren sie 2004 beim ersten Yshalle-Tattoo Basel mit dabei. Und auch letztes Jahr brachten Drumfire fast das Eis zum Schmelzen. «Wir konnten an der Eishockeyweltmeisterschaft in Bern spielen», sagt Matthias Hadorn. An den 15 Auftritten in den Spielpausen unterhielten sie das Publikum in der Postfinance-Arena. Ganz so weit hallten ihre Trommelschläge am Samstagabend in Köniz zwar nicht. Die Zuhörer in der Aula kamen aber trotz der eisigen Temperaturen draussen ganz schön ins Schwitzen.Tobias Veitinger>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch