Zum Hauptinhalt springen

Das grosse Aufräumen danach

Der Schnee mag den Besuchern der Thuner Fasnacht gefallen; den städtischen Putzequipen bereitet er hingegen Sorgen. Viel zu schnell werden die Unmengen an Konfetti zugedeckt und eingefroren. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Die Mitglieder der Sankt Galler Guggenmusik Altstätter Städtli-Chlepfer stehen kurz vor 15 Uhr frierend auf der Grabenstrasse und warten, bis sie als letzte Formation den grossen Sonntags-Fasnachtsumzug durch die Thuner Innenstadt beschliessen können. Weiter vorne, beim Grabengut, stehen die Besucherinnen und Besucher warm eingepackt am Strassenrand, ausgestattet mit Glühwein für die Grossen und Konfetti für die Kleinen. Und kaum setzt sich die letzte Guggenmusik in Bewegung, fährt die erste Gruppe der Reinigungsmannschaft des Thuner Tiefbauamts aufs STI-Areal (vgl. Ausgabe vom 26.Januar). Schneefall macht Sorgen «Kommt, wir trinken zuerst noch etwas, dann gehts los», sagt Urs Fahrni, stellvertretender Leiter des Reinigungsdienstes. Wenig später kurvt er mit der grossen Reinigungsmaschine, die erstmals an einer Fasnacht zum Einsatz kommt, durch die leere Halle, in der bis vor wenigen Minuten noch die Guggenmusikanten weilten. Drinnen gehts noch gut zum Aufwischen. Doch draussen lässt das Wetter wenig Gutes erahnen: Schneefall hat kurz nach 14 Uhr eingesetzt und droht auf den Strassen voller Konfetti, leerer Becher und Glasflaschen anzusetzen. Tatsächlich ist der Aussenspiegel wenige Minuten später bereits gefroren, Urs Fahrni muss von Hand einstellen. Wenig später ist auch das Saugrohr festgefroren, Fahrni muss aussteigen und den Schneepfropfen entfernen. «Bei dieser Kälte brauchts nicht viel, und alles friert ein», weiss er aus Erfahrung. «Normalerweise könnte ich die Strasse bis zur Kyburg einmal hoch- und wieder zurückfahren, und sie wäre vom Gröbsten gesäubert.» Doch jetzt, am kalten Sonntagnachmittag, klappt das nicht. Von überall her treiben die Männer der städtischen Putzequipen das Kehrgut auf die gesperrten Strassen. Der immer stärker werdende Schneefall deckt die bunten, nassen Konfetti nur zu schnell zu. Nadelöhr frei geben Es ist genau 16 Uhr, da erreicht Urs Fahrni den Funkspruch seines Vorgesetzten Werner Fahrni: «Die Busse wollen fahren. Kannst du zur Freienhofgasse und die räumen?» Wenig später sammeln sich gut 20 Männer in der schmalen Hauptschlagader der Thuner Innenstadt, um die Freienhofgasse zu reinigen. Die Weggiser Guggenmusikanten stört das wenig – sie marschieren «schränzend» die Gasse abwärts in Richtung Maulbeerkreisel. Noch geht das; wenige Minuten später gibt Fahrni die Strasse für den Verkehr frei. Schon gehts weiter, denn er weiss: «Auch wenn die Fasnacht noch in Gang ist – wir müssen das Bälliz und die Hauptgasse reinigen, solange der Schnee nicht alles zudeckt und alles einfriert.» So vermengen sich – der Not gehorchend – die Melodien der Guggen mit jenen der Reinigungsgebläse. HeinerikaEggermann Dummermuth>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch