Das Gymnasium Interlaken als Sprungbrett

Interlaken

Podium am Tag der offenen Tür im Gymer Interlaken: Ehemalige Maturanden sprachen über ihren Werdegang nach dem Gymer. Stefan Regez, Chefredaktor der «Schweizer Illustrierten», moderierte das Gespräch.

Ehemalige Schüler des Gymer Interlaken im Gespräch (v.l.): Regierungsrat Christoph Ammann, Grossrätin Ursula Zybach, Ökonomin Peggy Kübler, Christoph Bühler, EDA, und Stefan Regez, Chefredaktor der «Schweizer Illustrierten».

Ehemalige Schüler des Gymer Interlaken im Gespräch (v.l.): Regierungsrat Christoph Ammann, Grossrätin Ursula Zybach, Ökonomin Peggy Kübler, Christoph Bühler, EDA, und Stefan Regez, Chefredaktor der «Schweizer Illustrierten».

(Bild: Bruno Petroni)

«Welche Erinnerungen habt ihr an den Gymer Interlaken?», fragte Moderator Stefan Regez nach der Vorstellungsrunde die vier Podiumsteilnehmer und ehemaligen Maturanden Christoph Ammann, Christoph Bühler, Peggy Kübler und Ursula Zybach.

Zum Podium am Tag der Offenen Tür im Gymnasium Interlaken war die Aula nur mässig besetzt. «Ein offener Geist, ein internationales Umfeld», so Volkswirtschaftsdirektor Ammann.

«Sehr humanistisch, prägend», fand Ökonomin und Psychologin Peggy Kübler, die jahrelang eine eigene Tanzschule geführt hatte. «Gute Lehrer, der 4-Tage-Gymer war begleitend fürs ganze Leben», sagte Ursula Zybach, Lebensmittelingenieurin, SP-Politikerin und Kandidatin für das Amt des Gemeindepräsidenten von Spiez.

Horizont erweitert

«Wie war Ammann als Lehrer?», wollte Regez, gebürtiger Oberländer und Chefredaktor der «Schweizer Illustrierten», wissen. «Christoph Ammann und seine Kollegen haben uns über unseren natürlichen Interessenhorizont hinaus für Sachen begeistert, für die ich heute noch dankbar bin», sagte Christoph Bühler (Sigriswil.)

Bühler absolvierte ein Masterstudium für International Affairs and Go­vernance und arbeitet in der Abteilung für Internationale Organisation des EDA.

Man habe beim Studium und an weiterführenden Schulen sehr profitiert von den Strukturen des Gymer, wie etwa dem eigenständigen Lernen am freien Mittwoch, fanden die Teilnehmer.

Man habe auch gelernt, in die Tiefe zu gehen und kritisch nachzufragen, so Ammann. «Zu kopflastig war die Ausbildung nicht, ich habe von Kind an getanzt und mir damit das Studium finanziert», so Peggy Kübler.

Alle sollen eine Chance haben

Moderator Regez erwähnte die kürzlich erschienene NZZ-Sonntagsbeilage «Talente fördern» und fragte Bühler: «Wo sehen Sie das Gymnasium im Bereich Talentförderung?»

Bühler: «Die Schweiz präsentiert international eine gut ausgebaute, hoch qualifizierte Bildungslandschaft. Das EDA fokussiert auf das duale Bildungssystem mit Berufslehren, damit alle, nicht nur Supertalente, eine Chance haben.»

Tipps für Gymeler

Was sie im Rückblick vermissen, heute anders machen und den Gymelern empfehlen würden, so die letzte Frage. Zybach: «Öfters mal nachmittags frei machen und die Balance finden zwischen dem Geniessen und dem Seriössein. Ich empfehle unbedingt, nebenbei zu arbeiten, das hilft im Leben vieles zu verstehen.»

«Schaut in die Zukunft und in die Gegenwart, um eure Chancen zu sehen. Geht nicht mit einer Haltung der Angst in die Welt.»Christoph Ammann, Regierungsrat

Zybach sammelte etwa Erfahrungen an einer Supermarktkasse oder in der Lebensmittelproduktion. Peggy Kübler erklärte: «Ich hätte mir nach der Matur eine Auszeit nehmen sollen für private Reisen. Seinen Interessen nachgehen, nicht zu viel auf andere hören. Wertvoll ist etwa Intuition. Wir sind alle zu viel mehr fähig, als wir uns zutrauen.»

Christoph Ammann sagte: «Schaut in die Zukunft und in die Gegenwart, um eure Chancen zu sehen. Geht nicht mit einer Haltung der Angst in die Welt. Und wenn man mal auf die Nase fällt, einfach wieder aufstehen!» Christoph Bühler erklärte: «Das Wichtigste ist Neugier, saugt alles Wissen auf wie ein Schwamm. Irgendwann findet man seine Passion, die sollte man dann mit aller Kraft verfolgen.»

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt