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«Das ist ein Unsinn»

Bode MillerDer US-Amerikaner sprach gestern zu den Medien. Und wie immer, wenn er etwas sagt, sorgt er für Diskussionsstoff.

Bode Miller hat im Konferenzsaal der Garmischer Eissporthalle die weisse Mütze tief ins Gesicht gezogen. Will er nicht zeigen, wie klein seine Augen sind? Im Januar war der US-Amerikaner zwischendurch für eine Woche nach San Diego zurückkehrt. «Die Sonne war gut, ich habe meine Tochter gesehen, zugleich aber sind das lange Flüge, und die Zeitumstellung ist happig.» So hat er nur wenig geschlafen, und als er dies nach seiner Rückkehr nach Europa hätte nachholen können, da wollte er nicht. Stattdessen schaute er in Innsbruck Superbowl, wo er gleich auch noch seine Stimme «zerstörte», wie er es drastisch ausdrückt. «Wir waren inmitten einer Menge Österreicher, die einen Touchdown nicht von einem Field-Goal unterscheiden können.» Aber lustig sei es trotzdem gewesen. Zum Lachen findet Bode Miller auch, dass die FIS daran ist, einen Airbag für die Fahrer zu testen, um ihre Sicherheit zu erhöhen. «Es ist immer lustig, wenn sich Leute, die das ganze Jahr im Büro sitzen, über unsere Sicherheit Gedanken machen.» Die kriegten ihren festen Lohn – egal, ob sie «solch einen Unsinn» produzieren würden oder nicht. Dabei seien die Fahrer die Einzigen, die sich wirklich mit dem beschäftigen. «Wir sind es, die das ganze Jahr da draussen sind.» Resultate gesteuert Miller wirkt nun eine Spur wacher, was möglicherweise auch mit etwas komplexerem Inhalt zu tun hat. Der US-Amerikaner bekennt, dass er sich in der vergangenen Saison nur noch auf jene Events vorbereitet habe, die ihn inspirierten: Wengen, Kitzbühel, die Olympischen Spiele. Das sei so weit gegangen, dass er seine Resultate absichtlich gesteuert habe. «Ziel war es, in Whistler nicht in der Topgruppe zu starten.» Denn die ist mit den Startnummern zwischen 16 und 22 benachteiligt. In Whistler hat sich das ausgezahlt: Miller holte im Super-G Silber und in der Abfahrt Bronze. «In dieser Saison hingegen bin ich gescheitert und um zwei Punkte in die Gruppe mit Startnummern zwischen 16 und 22 reingeraten.» Miller schlägt vor, in den Speeddisziplinen wie früher dazu überzugehen, dass sich der Schnellste als Erster die Nummer aussuchen darf. «Das ist in jedem Rennsport so, dass der Schnellste Vorteile hat.» «Ein armseliger Grund» Auch die umgekehrte Startreihenfolge in den zweiten Läufen der technischen Disziplinen findet er einen Nonsens. «Wenn schon umdrehen, dann höchstens die ersten 15.» Dass der Bestplatzierte im ersten Durchgang im zweiten Lauf als 30. starten müsse, habe die FIS gemacht, um die Zuschauer so lange wie möglich vor dem Fernseher zu halten. Miller bezeichnet dies als armseligen Grund. Dem Ansehen des Skisports schade diese Regel. Bode Miller zieht die Mütze wieder tief ins Gesicht. Er hat genug gesprochen. 33 Jahre ist er alt. Er hat 380 Weltcuprennen bestritten, ist 15-mal an Olympia und 24-mal an Weltmeisterschaften gestartet. Da darf man schon ein bisschen müde sein. Andreas W.SchmidGarmisch-Partenkirchen>

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