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Das Ortsmuseum blickt auf seine Geschichte

KrauchthalWie war das damals eigentlich? Das Dorfmuseum Krauchthal zeigt die Geschichte des alten Schulhauses und blickt auf die eigene Geschichte zurück. Es ist die letzte Ausstellung in den alten Gemäuern, danach zügelt das Museum in den Neubau.

In der Mitte des Raumes prangt die Schulfahne. Unter ihr zur Rechten und Linken verteilen sich die drei Zweierpulte mit den eng fixierten Holzbänken. Auf der einen Bank liegt ein scheinbar vergessener Schulranzen. Vorne, neben dem Lehrerpult mit dem Globus, stehen eine Landkarte und eine Rechenhilfe. Im Regal an der Wand sind die Lese- und Lehrbücher zu Geschichte, Naturkunde, Religion und Deutsch eingereiht. Ganz hinten listen handschriftliche Blätter fein säuberlich Abrechnungen zu Brennholz, Examensgeld und Schülerspeisung auf. Die Szene zeigt ein Schulzimmer, wie es Anfang des 20.Jahrhunderts ausgesehen haben könnte. Das Mobiliar stammt von der ersten Schülergeneration im alten Schulhaus in Krauchthal, das 1876 erbaut wurde. Einst drückten hier Oberstufenschüler – 7., 8., 9.Klasse – gemeinsam die Schulbank. «In den 1920er- und 30er-Jahren kamen 60 Kinder auf einen Lehrer. Noch in den 50er- und 60er-Jahren gab es Klassen mit deutlich über 30 Kindern», weiss Museumsleiter Ulrich Zwahlen. Reiche Vergangenheit Ab morgen Sonntag kann eine ferne Schulzeit wieder in Erinnerung gerufen oder neu entdeckt werden. Dann ist Vernissage der Ausstellung «30 Jahre Museum Krauchthal». Es ist die letzte Ausstellung in den Räumen des historischen Gebäudes mitten im Dorf. Zeit für einen Rückblick, fanden die Museumsverantwortlichen. Die Ausstellung widmet sich deshalb dem Schulhaus und seiner Geschichte. «Das Haus hat eine reiche Vergangenheit», sagt Ulrich Zwahlen. So wurden nebst dem Unterricht, der hier bis zum Bau des neuen Schulhauses 1969 stattfand, auch Chorproben, Versammlungen, Predigten und Sitzungen abgehalten. Das Schulhaus war beispielsweise Militärunterkunft, Gemeindeverwaltung, Brockenstube und Wohnhaus für Asylsuchende. Die Rückschau im ersten Stock ist der erste Teil der Jubiläumsausstellung. Im zweiten Stock wird das Museum, das seit 1981 im Schulhaus untergebracht ist, selbst zum Thema. Kleine Stationen fassen die 25 Sonderausstellungen zusammen, die im Museum schon einmal zu sehen waren. Wegweiser, Glocken, Uniformen der Musikgesellschaft, Postkarten, Kräuter und Tinkturen, Bibeln, Fotografien, Werkzeuge lassen die Vielfalt des Museums und seiner Aufgaben erahnen. Das Krauchthaler Museum, das dörfliches Kulturgut sammelt, bewahrt und vermittelt, muss das alte Schulhaus verlassen. Bereits am 17.September wird die erste Sonderausstellung zum Sandsteinlehrpfad und dem Thorberg-Fotografen Paul Senn am neuen Ort in der Rüdismatt eröffnet. Der definitive Umzug erfolgt im Verlauf des Winters. «Wir sind froh, dass es weitergeht», sagt Ulrich Zwahlen. «Offenbar legt die Gemeinde wert darauf, dass das Museum erhalten bleibt.» 2007 beschloss die Gemeindeversammlung den Verkauf des alten Schulhauses. Das Museum musste eine neue Bleibe suchen. Das war alles andere als einfach, doch der Museumsleiter kämpfte um einen neuen Standort. Mit Erfolg. Die Gemeinde bot die Unterbringung im neuen Ortszentrum an. «Das ist eine grosse Chance für uns», freut sich Zwahlen. «Die beiden Räume im Parterre und ersten Stock bieten andere Möglichkeiten von der Infrastruktur her.» So sei im alten Haus der Zugang über die dunkle Treppe für ältere Menschen problematisch gewesen. Auch war der Platz beschränkt und die Beleuchtung oft schwierig. Das wird jetzt um einiges besser. Der Neubeginn Nach dem Auszug sollen Neuerungen Einzug halten: Die ständige Ausstellung wird neu gewichtet. «Wir bauen die Geschichte des Sandsteins und des Thorbergs aus», so Zwahlen. Die Öffnungszeiten werden angepasst, und auch im Winter wird das Museum zugänglich sein. Die Kommission arbeitet aber weiterhin ehrenamtlich. Die Gemeinde stellt auch die neuen Räume gratis zur Verfügung und zahlt einen jährlichen Beitrag. Sicherlich schwinge neben all der Freude auf den Neubeginn auch Wehmut mit, gesteht Ulrich Zwahlen. «Das alte Schulhaus war mir vertraut. Und jetzt wissen wir nicht, was mit dem Haus geschieht.» Verkauft ist das schützenswerte Gebäude allerdings noch nicht.Nadja Noldin«30 Jahre Museum Krauchthal».Öffnungszeiten: Jeden ersten Sonntag im Monat, 10–12 Uhr, und jeden dritten Freitag, 19–21 Uhr. Vernissage: morgen Sonntag, 1.Mai, 10.30 Uhr. Bis 4.September. >

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