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Das rechte Wort am rechten Ort

Es ist eine Kunst, das rechte Wort am rechten Ort zu platzieren. Die Post wirbt für ihre Poststellen als Standort für Produktwerbung. «Platzieren Sie Plakatwerbung besser dort, wo Ihre Botschaft im Durchschnitt 7 Minuten studiert wird», prangt auf dem Plakat an der Thuner Hauptpost. «Täglich gehen 545000 Personen zur Post; ihre durchschnittliche Wartezeit beträgt dabei sieben Minuten», ist auf der Website der Agentur, welche das Angebot der Post vermarktet, zu lesen. Die Rechnung sei erlaubt: Warten drei Kunden durchschnittlich 7 Minuten an einem Postschalter, ist es möglich, dass zwei Kunden je eine Minute warten, der dritte aber ganze 19 Minuten. Schön, dass langsamer Service jetzt zu Geld gemacht werden kann. Ob die wartenden Kunden die Werbebotschaft dabei positiv aufnehmen, ist bisher statistisch nicht erfasst. Ebenfalls nicht statistisch erfasst ist, wie viele Leute Banknoten in einen Schlitz stecken, in welchen eine Bankkarte gehört, oder in einen Schlitz, aus welchem eine Quittung kommen soll. «Das macht doch keiner!», höre ich die Rufe schon. Aber was, wenn man implizit dazu aufgefordert wird? «Banknote wie abgebildet einschieben», stand an der Tanksäule deutlich lesbar. Nur: Einen Schlitz zum Einschieben von Banknoten konnten wir beim besten Willen nicht finden. Dafür aber die beiden oben erwähnten. Und die besagte Tanksäule stand nicht in irgendeiner Bananenrepublik. Sie steht immer noch in Heimberg. Zum Glück ist aber nicht nur schreiben Glückssache. Es war ein Donnerstagmorgen, 7.45 Uhr, als die computergesteuerte Frauenstimme am anderen Ende der Leitung neulich erklärte: «Herzlichen Dank für Ihren Anruf. Unsere Büros sind wie folgt besetzt: werktags von 7.30 Uhr bis» m.zysset@bom.ch>

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