Das Tourismuseum plant seine Zukunft

Unterseen

Im vier Jahrzehnte alten «Tourismuseum» am Unterseer Stadthausplatz wurde eine Sonderausstellung eröffnet, Rückschau gehalten und die «Vision 2020» vorgestellt.

Sie haben gut lachen, sowohl die Sonderausstellung wie die Zukunftspläne gefallen (v.l.): Niklaus Mani (MOB), Christoph Wyss (Präsident Museumsverein), André Dähler (Projektleiter Touristikum) und Peter Wenger (der Mann der ersten Museumsstunde).

Sie haben gut lachen, sowohl die Sonderausstellung wie die Zukunftspläne gefallen (v.l.): Niklaus Mani (MOB), Christoph Wyss (Präsident Museumsverein), André Dähler (Projektleiter Touristikum) und Peter Wenger (der Mann der ersten Museumsstunde).

(Bild: Ueli Flück)

Das im Juni 1980 am Stadthausplatz in Unterseen eröffnete Touristikmuseum – das sich nun «Tourismuseum» nennt – ist das erste und einzige Museum der Schweiz, das sich umfassend und ausschliesslich der Geschichte des Tourismus widmet. Aber auch Museen kommen in die Jahre, neue Techniken erlauben neue Möglichkeiten. Das Tourismuseum soll generalsaniert und modernisiert werden, wie André Dähler, Leiter des Projektes Touristikum, am vergangenen Freitagabend einer interessierten Besucherschar inklusive Behördevertretern erläuterte. Vorgesehen sei eine Neupositionierung des Museums, verriet Dähler.

Ab 2021 wird vieles neu

«Wir streben weniger Museum und mehr Begegnung an.» Im Zentrum stehe der öffentliche Dialog mit Interessengruppen und Museumsbesucherinnen und -besuchern. Dabei soll das Museum weg vom lokalen Fokus den Blick auf die gesamtschweizerische Tourismusgeschichte ausrichten. «Das Projekt steht zurzeit in der Phase der Mittelbeschaffung», erläuterte André Dähler. Ab 2021 – so hofft der Projektleiter – soll dann das «Touristikum», so der neue Name, mit innovativen Ausstellungsthemen, moderner Museumsgestaltung, öffentlichen Panelveranstaltungen und Workshops sowie der Vernetzung mit touristischen Leistungsträgern auftreten.

Das Projekt Touristikum basiert auf einer Visionsstudie der bekannten Museumsmacherfirma Steiner in Sarnen. «Das Projekt schliesst neben den neuen Museumsinstallationen auch eine Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes mit ein», verriet Dähler. Das Gebäude ist im Besitz der Einwohnergemeinde.

Sonderschau «Golden Pass»

Bis das geplante Touristikum eröffnet werden kann, wird das Publikum mit Sonderschauen ins alte Museum gelockt. Am Samstag eröffnete Christoph Wyss, Präsident des Museumsvereins, die Sonderschau «Golden Pass of Switzerland». Dank einer Umspuranlage in Zweisimmen und neuen Wagen wird man ab Dezember 2020 umsteigefrei von Montreux nach Interlaken fahren können.

Die Linie, die bereits 1931 unter dem Namen «Golden Mountain Pullmann-Express» von sich reden machte, hat eine interessante Geschichte. Das Tourismuseum widmet sich dieser mit dem Anspruch, die Entwicklung des Tourismus von der Vergangenheit über die Gegenwart und die Zukunft aufzuzeigen. Ab dieser Saison arbeitet das Tourismuseum mit der Rundfahrten-Bödelibahn, die auf der Strasse fährt, von Lorenzo Mostosi zusammen. In der 90 Minuten dauernden «Historic-Tour» (Interlaken, Unterseen) ist ein 45-minütiger Besuch im Tourismuseum inbegriffen.

Goethe und «Winterlaken»

Vor 240 Jahren bereiste Johann Wolfgang von Goethe auf seiner zweiten Schweizerreise das Berner Oberland. Er stieg auch in Unterseen ab. «Ob im Stadthaus oder im Bären, ist nicht eindeutig geklärt», sagt André Dähler. Klar ist aber, dass das Tourismuseum ab dem 3. Oktober Goethe, als einen der ersten PR-Botschafter des Berner Oberlandes, in einem Ausstellungsmodul würdigen wird.

Das Tourismuseum wird ab Dezember erstmals auch im Winter offen sein. Jeweils am Mittwoch- und Sonntagnachmittag. Im Ausstellungsbereich Wintersport soll die Wandlung von Interlaken zum Ganzjahresferienort dargestellt werden. Übrigens: Schweizweit geriet das Tourismusmuseum 1984 in die Schlagzeilen, als jurassische Separatisten, die Béliers, den legendären Unspunnenstein aus dem Museum entführten.

Berner Oberländer

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