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Dem Gegenwind entfliehen

Neben dem Berner Fabian Cancellara ist Lance Armstrong die Attraktion der Tour de Suisse – eine mit Schattenseiten.

Vor drei Wochen stürzte Lance Armstrong an der Kalifornien-Rundfahrt; von Schürfwunden und einem blutenden linken Auge gezeichnet, war der 38-Jährige gezwungen, aufzugeben. Den Schmerzen nicht genug: Armstrong musste sich (wieder einmal) mit Dopinganschuldigungen quälen. Sein einstiger Edelhelfer Floyd Landis hatte in E-Mails an den Radsport-Weltverband UCI und den nationalen Verband US Cycling zugegeben, seit 2002 exzessiv gedopt zu haben. Landis erklärte, er habe 2003 im spanischen Girona im Kühlschrank von Lance Armstrongs Appartement Blutbeutel entdeckt. Der Texaner habe ihn gebeten, auf diese aufzupassen. Nicht unumstritten Entschieden weist Armstrong die Vorwürfe von sich; die Schlinge, welche sich allmählich enger um ihn zu ziehen scheint, ignorierend. An den kommenden neun Tagen fährt der siebenfache Tour-de-France-Sieger nun quer durch die Schweiz. Er ist die Attraktion der morgen in Lugano beginnenden Landesrundfahrt, welche er zwecks Vorbereitung auf die «Grande Boucle» bestreitet. Diese will er im Juli zum definitiv letzten Mal in Angriff nehmen. Bei seinem Comeback im vergangenen Sommer wurde er nach dreijähriger Absenz Dritter. Vor neun Jahren bestritt der Weltsportler des Jahres 2003 letztmals die Tour de Suisse, auch dank zweier Etappensiege gewann er die Gesamtwertung. Ungeachtet seiner womöglich unrühmlichen Vergangenheit: Lance Armstrong ist in medialer und ökonomischer Hinsicht eine Bereicherung für das Etappenrennen, welches ohnehin im Schatten der Fussball-WM stehen wird. Armstrong verschaffe der Tour international Aufmerksamkeit, sagt Direktor Armin Meier. Aufgrund mangelnder Beweise gelte die Unschuldsvermutung. Unumstritten ist der Amerikaner in Diensten der Sportgruppe Radio Shack im Fahrerfeld und bei den Zuschauern indes längst nicht mehr. Erstklassiges Feld Zum Ensemble Radio Shacks gehören auch die Rundfahrtspezialisten Andreas Klöden, Levi Leipheimer und Jaroslav Popowitsch – die Amerikaner treten mit der Tour-de-France-Mannschaft an. Der Sieger von 2008, Roman Kreuziger, sowie die Gebrüder Andy und Fränk Schleck werden bei den Buchmachern ebenfalls hoch gehandelt. Die Teilstücke zwei, vier und acht scheinen für die Sprinter prädestiniert. Mit Alessandro Petacchi, Oscar Freire, Tom Boonen, Mark Cavendish und Robbie McEwen sind die Besten dieser Sparte gemeldet; das Quintett bringt es auf 666 Rennsiege. auf coupierter Strecke Die Sprinter dürften in der neun Etappen und 1353 Kilometer langen Tour leiden; das Terrain ist coupierter und anspruchsvoller als vor Jahresfrist. 4700 Höhenmeter sind zu bewältigen; die Königsetappe von Meiringen nach La Punt (am Donnerstag) über die Pässe Susten, der wieder geöffnet ist, Oberalp und Albula wird zur Pièce de Résistance. Der Gesamtsieger wird erstmals seit 2004 nicht im Wankdorfquartier gekürt, neben der Dreipässefahrt führen aber auch die Etappen drei und vier (Ziel und Start in Schwarzenburg) sowie fünf (Ziel in Frutigen) durchs Bernbiet. Zwölf Schweizer befinden sich im Peleton. Fabian Cancellara ist im kurzen Auftaktzeitfahren zu favorisieren, die Titelverteidigung visiert er indes nicht an. Weitere Berner sind nicht dabei, der zuletzt starke Langnauer Marcel Wyss musste sich nach einem Sturz an der Patellasehne operieren lassen und kurzfristig absagen. Auch David Loosli (Bern) und Florian Stalder (Zweisimmen) fehlen. Letzterer wurde von den Verantwortlichen des BMC-Racing-Teams nicht berücksichtigt, Loosli plagt ein Abszess am Gesäss. Philipp Rindlisbacher>

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