Dem Seilpark gehts wieder bäumig

Matten

Der Seilpark im Rugen steht nach seiner Verwüstung durch Burglind kurz vor der Fertigstellung. Der grösste Teil – 80 Prozent der Anlage – wurde neu gebaut.

Luftiger Arbeitsplatz: Basem Haj Mahmud (l.), Betreuer arabischer Gäste, und Seilparkbauer David Frautschi auf einer der 135 Plattformen bei der Montage einer Seilbrücke.

Luftiger Arbeitsplatz: Basem Haj Mahmud (l.), Betreuer arabischer Gäste, und Seilparkbauer David Frautschi auf einer der 135 Plattformen bei der Montage einer Seilbrücke.

(Bild: Peter Wenger)

«Wir standen im Januar vor der Frage: ‹Ist dies das Aus, oder gelingt es uns, den Park wiederherzurichten?› Nachdem wir, Erich Balmer als Eigentümer des Waldes und Initiant des Seilparks, und ich, den ersten Schock überwunden hatten, war aber klar: Jetzt erst recht, wir schaffen das!», sagt Bernhard Steuri.

Der Geschäftsführer von Outdoor Interlaken erinnert sich nur ungern an die Tage nach dem verheerenden Sturm Burglind vom 3. Januar 2018. Innert Minuten war der Seilpark verwüstet worden. Kreuz und quer lagen die Bäume übereinander, die Plattformen zerschmettert, die Drahtseile verheddert.

Geschätzte 80 Prozent waren dem Sturm zum Opfer gefallen. Von den rund 130 Bäumen standen bloss noch gut zwei Dutzend.

«Viele Institutionen, Freunde und Bekannte wollten helfen, sagten spontan ihre Unterstützung zu – sei es vor Ort beim Aufräumen oder bei der Suche nach Lösungen, wie der Park zu retten ist», sagt Bernhard Steuri. «Dabei wurde klar, dass der Seilpark in der Region eine grosse Anerkennung geniesst», freut er sich über den Rückhalt nicht nur in touristischen Kreisen.

In die Höhe statt die Breite

Unter der Leitung von qualifiziertem Fachpersonal wurde mit den Aufräumarbeiten trotz winterlichen Verhältnissen begonnen. Bernhard Steuri: «Schon bald wurde klar: Teile des Seilparks konnten nicht am gleichen Ort neu eingerichtet werden.

Dafür fehlten schlichtweg die nötigen starken Tannen.» Aber, so Steuri: «Dank der Bereitschaft der zuständigen Stellen beim Kanton Bern wurde ein Ausweichen auf Nachbarparzellen möglich, die vom Sturm verschont geblieben sind.»

Gelingt es bis zum Frühjahr, auf der verfügbaren Fläche eine neue Anlage zu erstellen? Gelingt es, das Erlebnis Seilpark auf gleiche Weise neu zu inszenieren? Das waren die Fragen, die Bernhard Steuri und sein Team beschäftigten.

Ronny Marti, Seilparkbauer und Parkmanager seit der ersten Stunde: «Durch den Sturm hatten wir – um es positiv zu sehen – die Chance, dank den Erfahrungen aus den vergangenen Jahren den Park neu zu gestalten. Statt in die Breite zu bauen, bewegen wir uns in die Höhe.

Dadurch gewinnen wir Raum für attraktive Parcours und Seilbahnen mit Fahrten bis zu hundert Metern Länge.» Marti kennt jede der 133 Plattformen, jede Seilbrücke der zehn Parcours mit ihren unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Neu sind zusätzliche Strecken für Kinder gestaltet worden, die mit ihren Familien in den Park kommen und diesen als gemeinsames Erlebnis geniessen.

Eröffnung im Juni

In drei Wochen, am 1. Juni, wird der neu aufgebaute Adventure-Park im Rugen eröffnet. Ronny Marti und seine Seilparkguides können es kaum erwarten, zu erfahren, wie die Gäste die Anlage beurteilen.

Kommen die Familien, die Seilparkfreaks und Adrenalin-Junkies aus aller Welt auf ihre Rechnung? Sind die geplanten Abläufe optimal? «Verbessern kann man immer, wir tun dies schon seit zehn Jahren. Wir bleiben dran», sagt Ronny Marti.

Die Seilparkanlage im Rugen wird als wichtiges Standbein des Adventure-Anbieters von der Firma Outdoor Interlaken betrieben. In den vergangenen zehn Jahren zählte der Park über 300'000 Besucher.

Berner Oberländer

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt