Zum Hauptinhalt springen

Den «lieben Kilian» gibts nun in Holz

DiemtigtalSchwingerkönig Kilian Wenger wird

«Wir haben wenig Möglichkeiten, eine solch aussergewöhnliche Persönlichkeit zu ehren», erklärte Martin Wiedmer, Gemeinderatspräsident von Diemtigen, am Samstag in Oey. «Aber das Ehrenbürgerrecht erlangten seit 1951 erst ein Gemeindeschreiber und zwei Pfarrherren. Kilian Wenger ist somit erst unser vierter Ehrenbürger – und er wird in vielen Herzen der ganzen Schweiz verewigt bleiben.» Am Ehrungsfest war auch eine Delegation aus Frauenfeld anwesend, welche diese Aussage bestätigte. «Eigentlich müsste Kilian Wenger das Ehrenbürgerrecht unserer Gemeinde erhalten», erklärte OK-Präsident Urs Schneider. «Als junger, dominanter Sportler der Neuzeit hat er unserem »Eidgenössischen« die Krone aufgesetzt. Wir haben nach dem Fest viele Tausend Reaktionen als E-Mails, Telefonate oder Geschenkpakete erhalten.» Muni und Büste überbracht «Traditionsgemäss erhält der Schwingerkönig einen Muni», erklärte Schneider. Nebst dem von der Kartause Ittingen stammenden edlen Tier namens Arnold sei nun aber erstmals ein Duplikat in Holz hergestellt worden. Dieses und eine Büste von Kilian Wenger, ebenfalls aus Holz geschnitzt, überbrachte die Frauenfelder Delegation den Diemtigtalern. Urs Schneider betonte: «Das Diemtigtal, Frauenfeld und Schwingerkönig Kilian Wenger werden auf immer miteinander verbunden bleiben.» Die Tatsache, bereits in jugendlichen Jahren im Dorf ein Denkmal gesetzt zu bekommen und gleichzeitig Ehrenbürger zu werden, kommentierte Wenger auf gewohnt schlichte Weise: «Ich werde diesen Tag nie vergessen. Ich danke euch allen – und wünsche weiterhin einen schönen Nachmittag.» Festgemeinde stand stramm Am Fest in der Schulanlage Oey spielte das Diemtiger Schwyzerörgeliquartett Häxeschuss. Den eigentlichen Festakt in der Halle umrahmten die Horejodler. Sie ernteten für ihre Beiträge grossen Applaus. Nach der Übergabe der Ehrenurkunde sangen die Jodler den Schweizerpsalm, und alle Anwesenden standen auf. «Ein solcher Moment treibt sogar einem alten Gemeindepräsidenten wie mir das Augenwasser ins Gesicht», erklärte der durch das Programm führende Peter Knutti. An der Zeremonie war Markus Lauener (Bönigen) vom Bernisch Kantonalen Schwingerverband ebenfalls präsent: «Wie die Diemtiger sind auch wir stolz, nach 18 Jahren endlich wieder einen Schwingerkönig stellen zu können. Nach der sportlichen Leistung bewältigt er auch den Medienrummel brillant. Ihm verdanken wir eine neue Begeisterung fürs Schwingen in der ganzen Schweiz: Rund 1500 Buben haben sich für den Schnuppertag angemeldet.» Mit Freude nehme er zur Kenntnis, dass Kilian Wenger trotz dem Boom die Tradition des Schwingsportes erhalten wolle. «Und mit dem Ziel, im Sägemehl noch besser und stärker zu werden, steigt die Chance, dass der Sieg im Herbst am Unspunnen ans Bernbiet geht.» «Mir Diemtigtaler si so» Für die wundervollen Frauenfelder Geschenke werde sich ein Ehrenplatz finden lassen, erklärte Gemeindepräsident Peter Knutti. Und zum König gewandt, meinte er: «Lieber Kilian – auch wenn du ja nun unter den Schwingern der ‹Böseste› der ‹Bösen› bist, darf ich dich so ansprechen –, wir sind stolz auf dich und wünschen dir weiterhin viel Erfolg.» Auch wenn er als Schwingerkönig nun enorm populär sei, behalte dieser seine Bodenhaftung. «Mir Diemtigtaler si halt so», bilanzierte Knutti. Nach dem knapp einstündigen Ehrungsakt in der Halle ging das Fest auf dem Schulhausplatz munter weiter. Peter Rothacher>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch