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Der Aufstieg aus dem Nichts

Nebst den Flückiger-Brüdern hat in dieser Saison mit Claude Koster ein weiterer Berner auf sich aufmerksam gemacht.

Aus Berner Sicht gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Immer wieder gelingt einem Berner Mountainbikefahrer der Sprung an die Weltspitze. Die schlechte: Die Erfolge hängen vom Idealismus der einzelnen Athleten und nicht etwa von hervorragender Nachwuchsarbeit ab. Als bestes Beispiel dafür dient Claude Koster. Der Rüfenachter stieg vor rund fünf Jahren in den Sport ein, weil er sich das Rennen eines Schulkollegen ansah und sich kurz darauf selber auf einer Cross-Country-Strecke versuchte. «Ich war von der Sportart rasch begeistert und erhielt von meinen Eltern ein Rennbike geschenkt», erzählt er und tönt damit an, wer fortan zum Sponsor avancierte. Um Fortschritte zu machen, organisierte sich Claude Koster vom renommierten Trainer Bruno Diethelm Trainingspläne. Ein Kader für ambitionierte Biker gibt es im Kanton Bern nicht. Silber bei den Junioren Für Koster war die Zusammenarbeit mit Diethelm der entscheidende Punkt. «Seither mache ich entscheidende Fortschritte», sagt er. So auch in diesem Jahr. Mit dem Saisonbeginn war Koster zwar nicht zufrieden, dafür verlief die zweite Jahreshälfte überraschend positiv. Der Aufstieg aus dem Nichts begann an der Schweizer Meisterschaft in Gränichen. Dort fuhr Claude Koster überraschend auf den zweiten Platz. «Einige dachten damals, ich sei eine Eintagsfliege.» Doch dies sollte sich nur eine Woche später in Champéry als Irrtum herausstellen. Koster durfte am Weltcuprennen antreten und war als Elfter der beste Schweizer im Juniorenfeld. «Als Lohn wurde ich für die Junioren-WM selektioniert.» Für den 18-Jährigen wurde der Titelkampf im kanadischen Mont Sainte-Anne zum unerwarteten Saisonhöhepunkt. «Ich reiste mit einigen Erwartungen an», berichtet der Aufsteiger, der mit dem 22.Rang anfangs nicht zufrieden war, «mit etwas Distanz denke ich, dass ich nahezu das Optimum herausgeholt habe.» Schliesslich ist die Karriere erst gerade lanciert. Aus nationaler Spitze wird auch im Mountainbikesport nicht über Nacht internationale Spitze. Wechsel zu den Amateuren Als nächster Schritt muss Claude Koster nun den Übertritt zu den Amateuren verkraften. Für den Betriebswirtschaftsstudenten ist es eine Art Übergangsjahr. «Ich werde mal schauen, wie ich mich in diesem Feld behaupten kann», sagt er und meint die nationalen Rennen des Racer-Cups. International ist der Schritt noch etwas grösser. Im Weltcup müsste er gegen die Elite kämpfen, an den internationalen Titelkämpfen im U-23-Feld. «Dies dürfte in der nächsten Saison kaum ein Thema sein.» Konkret sind dafür Kosters Pläne für den Winter. «Ich will zur Abwechslung ein paar Radquerrennen bestreiten.» Stephan Dietrich>

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