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Der Bauch der Frau fiel auf

emmentalDer Säugling, der Anfang Monat im Kanton Solothurn tot von der Aare angeschwemmt worden ist, stammt von einer jungen Mutter aus Eggiwil.

Plötzlich hatte sie, für alle deutlich sichtbar, einen Bauch. Und weil sie im Dorfladen ihrer Arbeit nachging, machte die Nachricht in Eggiwil rasch die Runde: Die 20-Jährige ist schwanger. Wen wunderts, dass genau gleich auffiel, als der Bauch der jungen Frau plötzlich wieder verschwunden war. Zumal das Gerede um die vermutete Schwangerschaft in den Tagen und Wochen zuvor immer lauter geworden war, obwohl die Betroffene stets energisch abgestritten hatte, in Erwartung zu sein – denn derart schnell und in derart grossem Umfang, so die einhellige Meinung, nimmt niemand von einem Tag zum andern ab. Und so kombinierten die Leute rasch, als die Medien am 7.Juli von einem Fund im Kompostierwerk von Bellach im Kanton Solothurn berichteten. Dort hatte ein Arbeiter am 1.Juli inmitten von Schwemmholz aus dem nahen Aare-Kraftwerk Flumenthal die Leiche eines Neugeborenen entdeckt, und die Polizei wollte nun wissen, ob jemand dazu Auskunft geben könne – gerade mal eine Woche später, am 14.Juli, war das Rätsel tatsächlich gelöst: «Auf Grund von Hinweisen aus der Bevölkerung», so eine zweite Polizeimeldung, habe man eine junge Frau anhalten und ihr mit einer DNA-Analyse die Mutterschaft nachweisen können. Zu Welt gekommen sei der Kleine, das hielt die Polizei aufgrund ihrer ersten Erkenntnisse ebenfalls noch fest, bereits tot. Irgendwann Mitte Juni. Es war just die Zeit der seltsam schnellen Abmagerung. Es war zugleich auch die Zeit, in der die 20-Jährige die Stelle wechselte: Noch am 11.Juni, dem Pfingstsamstag, hatte sie mit grossem Bauch im Dorfladen die Kundschaft bedient, und als sie am 14.Juni, dem Dienstag nach den Feiertagen, im Nachbardorf in einem Geschäft neu anfing, fehlte die auffällige Rundung. Keine gesicherten Hinweise Über das, was dazwischen geschehen ist, gibt es zurzeit noch keine gesicherten Hinweise. Ihrem Umfeld hat die junge Frau später erzählt, sie sei zum Gebären an die Emme gegangen. Als der Kleine auf der Welt gewesen sei, habe sie ihn auf einen Stein gelegt, um sich zu waschen. In diesem Moment sei er vom Fluss erfasst und weggetragen worden, talabwärts der Aare zu. Ob es aber wirklich so war? Oder nicht doch anders? Das lassen jene, die die Geschichte so wiedergeben, bewusst offen. Weil die junge Frau bereits einmal heftig verdrängt und dabei entgegen aller Realitäten ihren werdenden Nachwuchs geleugnet hatte. Müde und abgearbeitet Am neuen Arbeitsort ging der Alltag vorerst ohnehin seinen gewohnten Gang. Im Geschäft fiel einzig auf, dass die neue Mitarbeiterin müde und abgearbeitet wirkte. Am 9. Juli, vor genau zwei Wochen also, kam die Sache unvermittelt ins Rollen. An diesem Samstag kreuzte die Polizei im Geschäft und auch daheim in Eggiwil auf. Sie nahm die junge Frau mit und setzte sie sogar für die Samstagnacht und den folgenden Sonntag in Haft. Trotzdem erschien die 20-Jährige am Montag wie gewohnt wieder zur Arbeit. Das blieb die ganze Woche über und bis am vergangenen Montag so. sk/BO >

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