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Der Euro sinkt auf unter 1.09 Franken

DevisenmarktDer Euro ist gestern erneut auf ein neues Rekordtief zum Schweizer Franken gefallen. Aus Furcht vor einer Ausweitung der europäischen Schuldenkrise und einer weltweiten Rezession haben sich Anleger weiter aus der Gemeinschaftswährung zurückgezogen. Auch die Aktienkurse sanken stark.

Der Euro tauchte zuerst unter die Marke von Fr. 1.10 und war danach sogar weniger als Fr. 1.09 wert. Der Tiefpunkt wurde am Abend bei Fr. 1.0847 erreicht. Am Vortag ist der Eurokurs bereits um mehrere Rappen gefallen, im späten Handel hat 1 Euro aber noch über Fr. 1.11 gekostet. Auch der Dollar erreichte am Dienstag mit Fr. 0.7643 einen neuen Tiefststand und notierte auch danach deutlich unter dem Wert vom Vortag, als die US-Währung noch Fr. 0.7836 gekostet hatte. Keine Korrektur nach unten Trotz des rasant erstarkenden Frankens halten Ökonomen von Schweizer Banken an ihren Konjunkturprognosen grösstenteils fest, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur SDA ergab. «Unsere Konjunkturprognose ist so gut wie noch nie. Die passt wunderbar», sagte Credit-Suisse-Chefökonom Martin Neff. Die CS gehört zu den pessimistischsten Auguren mit einem prognostizierten Wachstum des Schweizer Bruttoinlandproduktes von 1,9 Prozent für dieses Jahr und 2,2 Prozent für nächstes Jahr. «Ich habe nie an eine starke zweite Jahreshälfte geglaubt», sagte Neff. Der heutige Frankenkurs sei bitter. «Eigentlich waren für mich Fr. 1.10 das unterste Ende der Fahnenstange. Damit sind wir 25 Prozent von der Kaufkraftparität bei Fr. 1.32 entfernt. Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals so eine massive Überbewertung gegeben hat», sagte Neff. In diesem tiefen Kurs sei wahnsinnig viel eingepreist: etwa die sehr schwache Währungsunion ohne grosse Stabilität und eine halbe Rezession in den USA. UBS und ZKB optimistisch Auch die Zürcher Kantonalbank (ZKB) hält an ihren Wachstumserwartungen von 2,5 Prozent für dieses Jahr und 2,0 Prozent für nächstes Jahr fest. Zwar werde sich der Aussenhandel aufgrund der Frankenstärke abschwächen, sagte ZKB-Ökonomin Cornelia Luchsinger. Die Abschwächung der Weltwirtschaft dürfte aber nur eine temporäre Wachstumsdelle sein. Ins selbe Horn stiess auch UBS-Ökonom Daniel Kalt: Die Schweizer Wirtschaft sei in hervorragender Verfassung. Die Frankenstärke widerspiegle die Solidität und das Vertrauen, die man in die Schweiz habe. Die Prognose für ein Wachstum von 2,7 Prozent im Gesamtjahr 2011 sei dank des guten Starts noch erreichbar, sagte Kalt. Stärker wackle die Prognose von 2,2 Prozent für das nächste Jahr. Eines steht fest: Die anhaltende Unsicherheit auf den Finanzmärkten wird ein Bremsfaktor sein. Gestern schloss der Schweizer Aktienmarkt mit rund 4 Prozent im Minus. Vor allem auf das Geschäft der Banken wirkt sich dies negativ aus. sda/sny>

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