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Der «Fighter» mit englischen Wurzeln

Young BoysSeit zwei Jahren ist Scott Sutter bei den Young Boys engagiert. Längst zum Leistungsträger gereift, strebt der Rechtsverteidiger den nächsten Schritt an – und will Titel gewinnen.

Es sind strenge Zeiten für die YB-Spieler. Trainer Christian Gross hält das Tempo konstant hoch. In der gesamten Vorbereitung gabs bloss einen Freitag für die Akteure, und auch beim Blick auf das Trainingsprogramm der nächsten zwei Wochen suchen die Fussballer vergebens einen Tag ohne mindestens eine Aktivität. «Wir werden richtig gefordert», sagt Scott Sutter. «Aber das ist gut so. Zudem beobachtet uns der Trainer genau.» So kann es sein, dass Gross spontan erklärt, das Training am nächsten Morgen falle aus. «Auf jeden Fall ist der Fokus auf den Fussball riesig», sagt Sutter. Zeit für andere Sportarten oder Freizeitaktivitäten hat der polysportiv begabte Sutter (Golfhandicap 11) derzeit kaum. «Gross erklärt uns jeden Tag, dass er etwas erreichen wolle mit YB», sagt Sutter. Auch die Spieler würden daran glauben, einen Titel gewinnen zu können. «Wir haben ein sehr starkes Team, die Konkurrenz ist riesig», sagt Sutter. Auf der Position des Rechtsverteidigers indes scheint Scott Sutter gesetzt. Seine grössten Konkurrenten, die Zugänge Elsad Zverotic und Freddy Mveng, waren teilweise verletzt, zudem überzeugte Sutter bei seinen Einsätzen. «Gesetzt ist niemand. Ich hoffe, meine gute Leistung beim 1:1 gegen Basel bestätigen zu können. Und erst wenn man wochenlang immer gespielt hat, darf man sich vielleicht als Stammspieler bezeichnen», sagt Sutter. Das Lob des Trainers Ausruhen geht auch für Sutter nicht. Mit dem 25-Jährigen ist der Trainer bisher zufrieden. «Sein Stellenwert im Team ist hoch, er ist ein leidenschaftlicher Fussballer und defensiv stark», sagt Gross. «Es ist wichtig, dass die Aussenspieler in der Abwehr diszipliniert verteidigen. Das ist die Basis, um nach vorne aktiv zu werden.» Der Coach charakterisiert Sutter als «Fighter», dessen britische Wurzeln man spüre. Die Mutter Sutters stammt ja aus England, er selber ist im Norden Londons aufgewachsen. «Ich spüre, dass wir bereit sind, in dieser Saison Erfolg zu haben», sagt Sutter, der seit zwei Jahren in Bern engagiert ist. Seiner Meinung nach fehlt YB nichts, um ein Meisterteam zu sein. Vor zwei Saisons aber, als die Berner erst in der Finalissima an Basel scheiterten, brillierte mit Seydou Doumbia ein echter Torjäger im Team. «Jede Mannschaft hätte gerne einen Spieler im Kader, der 25 bis 30 Treffer pro Saison garantiert», sagt Sutter. «Aber ich glaube, dass wir Offensivspieler haben, die in dieser Saison viele Tore schiessen können.» Rückkehr ins Nationalteam? Scott Sutter ist einer jener Spieler, an die Trainer Gross denkt, wenn er sagt, er möchte einigen YB-Fussballern helfen, wieder ins Nationalteam zurückzukehren. Im letzten Herbst bestritt Sutter zwei Länderspiele, doch von Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld hat er seit der 0:1-Niederlage der Schweizer in Montenegro, als Sutter durchspielte, nichts mehr gehört. «Ich rechne mir Chancen aus, wieder aufgeboten zu werden, wenn ich bei YB gut spiele», sagt Sutter. Im nationalen Rechtsverteidiger-Ranking sieht er Stephan Lichtsteiner, neu bei Juventus, als Nummer 1. «Und wenn Philipp Degen fit ist, besitzt er herausragende Qualitäten.» Er hoffe, sagt Sutter, der einst ebenfalls fast zwei Jahre wegen einer schweren Fussverletzung ausfiel, dass Degen endlich wieder schmerzfrei spielen könne. Im 3-4-3-System von Trainer Vladimir Petkovic habe er sich übrigens durchaus wohl gefühlt («ich konnte viel in der Offensive machen»), betont Sutter, aber er sei eben weder Verteidiger noch Mittelfeldspieler gewesen. Im klassischen 4-4-2 unter Gross kann sich Sutter hinten rechts wieder für höhere Aufgaben empfehlen. Fabian Ruch>

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