Zum Hauptinhalt springen

Der gute Geist des verstorbenen Jodlers Werner Scheller

JodlerfestDie Burgergemeinde Interlaken spendet für das «Eidgenössische» 15000 Franken. Dies zu Ehren des verstorbenen Dichters, Jodlers und Sängers Werner Scheller.

«Das ist wunderschön, ich habe eine Riesenfreude. Diese Ehre hat mein Vater verdient», sagt die 85 Jahre alte Trudi Matter-Scheller aus Unterseen auf Anfrage. Sie hatte gerade erfahren, dass die Burgergemeinde Interlaken zu Ehren des Jodlers und Dichters Werner Scheller (1894– 1983) 15000 Franken an das Eidgenössische Jodlerfest gespendet hat – einen der grössten Beiträge einer Burgergemeinde überhaupt. «Mein Vater war Mitglied des Burgervereins und hat stets überall erzählt, er sei Burger von Interlaken, mehr weiss ich nicht darüber», sagte Trudi Matter-Scheller. Freude beim OK «Sehr erfreut» über diesen und auch alle anderen Beiträge der Burgergemeinden ist Christoph Seiler. Der im OK des Eidgenössischen Jodlerfestes für die Finanzen Zuständige bestätigte den Beitrag der Interlakner Burger. Zurück zu Werner Scheller: Auf der Website der Burgergemeinde Interlaken finden sich folgende Informationen über den 1983 als 89-Jähriger Verstorbenen: Von Beruf Schuhmacher mit eigenem Geschäft an der Marktgasse, arbeitete er in späteren Jahren zusätzlich als Alkoholfürsorger. Durch seine aussergewöhnliche, glockenhelle Stimme und seine ausgeprägte musikalische und dichterische Erfindungsgabe wurde Scheller bekannt. In der Ausgabe des Oberländischen Volksblattes (OV) vom 13./14.September 1974 wird zu Schellers 80.Geburtstag dessen Erzählkunst gewürdigt: «Er ist ein eigentlicher Volksmann, den man im ganzen Amtsbezirk kennt. Wenn Werner Scheller zu erzählen beginnt, dann kommt man aus dem Zuhören nicht mehr heraus. Mit träfen Worten berichtet er von Leuten zu Stadt und Land und von all den Sonderlingen, wie sie ihm während seines langen Lebens begegnet sind.» Als Schuhmacher in Interlaken habe es der Vater finanziell nicht leicht gehabt, vor allem in den Kriegsjahren, sagt Trudi Matter-Scheller. «Damals kämpften die Schuhmacher um jeden Absatz, einer hat dem anderen das Brot vergönnt», berichtet sie. «Mein Vater stieg dann oft hinauf auf Amisbühl, um alleine für sich zu jodeln und so seinen Kummer und seine Sorgen zu vergessen», erzählt die Tochter. Weiter erinnert sie sich: «Der Vater war ein herzensguter, freundlicher Mensch – zu jedermann. Die Leute hatten ihn gern.» Mit Freude und Erfahrung habe er auch mitgeholfen, den Jodlernachwuchs auszubilden. Unvergessliche Stimme Der berühmte Jodler Rudolf Krenger entdeckte Schellers Naturstimme. Nach der Gründung des Jodlerclubs Interlaken förderten Krenger und sein Nachfolger Adolf Buri das musikalische Talent Schellers und ermutigten ihn zu eigenen Melodien. «Die Stimme meines Vaters war unvergesslich schön – er war der einzige in der Familie, der singen konnte», weiss Trudi Matter-Scheller. Singen und Schreiben waren Schellers liebste Hobbys. Sein Vermächtnis umfasst zahlreiche Gedichte und Lieder wie etwa «Wätterlune», «Heimkehr», «Bärgherbscht» oder «Der Bergbueb.» 1963 wurde er Ehrenmitglied des Bernisch-Kantonalen Jodlerverbandes. Die lieblichen Melodien aus dem letzten Jahrhundert erklingen heuer wieder in Interlaken am «Eidgenössischen» – zum ehrenden Andenken an den grossen Dichter und Musiker. Monika Hartig>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch