Der heisseste Läset-Sunntig aller Zeiten

Spiez

Ein doppelter Rekord kennzeichnet den heurigen Läset-Sunntig: 20 000 Zuschauer und über 1000 Teilnehmende gabs noch nie. Und vermutlich noch nie kamen die Stehenden, Fahrenden und Gehenden so ins Schwitzen wie dieses Jahr.

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«Der Rebberg-Run für Kinder und Erwachsene des Turnvereins am Samstag erwies sich als wunderbarer Einstieg in den Läset-Sunntig», freute sich OK-Präsident Daniel Jordi. Während die Rösslispielcrew letzte Hand anlegte, sorgten die mitwirkenden Vereine für Unterhaltung samt Speis und Trank.

Unter vielen ­anderen wechselten sich die jungen Saxpirateur mit dem Männerchor ab und füllten das Zelt am Kronenplatz bereits beim ­ersten Auftritt.Am Sonntagmorgen setzte der ökumenische Gottesdienst in der voll besetzten Schlosskirche den besinnlichen Kontrapunkt unter das Motto «Heimat ist nicht nur ein Wort, Heimat ist auch Leben.»

Umzug inklusive Blüemlere

Besinnliches zeigte auch der ­Umzug am Sonntag, bei welchem Tausende die Strassen säumten. So der Pikettzug, der mit Blaulicht und Sirene auf die Not von Blutstammzellenpatienten aufmerksam machte. Fahrplanfreaks trauten ihren Ohren nicht, als das Horn der Blüemlere zu ­ungewohnter Zeit ertönte.

Der Jodlerklub Thun Heimelig löste das Rätsel mit dem beliebten Dampfermodell. Die Schlossleute, die sich nach vielen Jahren endlich wieder mal aus dem tausendjährigen Gemäuer wagten, trugen teilweise Kampfmonturen, doch ihre lachenden Gesichter widersprachen ihrem ursprünglichen Auftrag.

Dazu trugen viele Kinder bei, die das vorgegebene Maximum von 60 Teilnehmenden pro Bild ausreizten. Eine Beschränkung, die laut OK-Vize Mike Stettler den Ablauf des Umzugs verflüssigte. Dabei halfen der erstmals eingesetzte Zivilschutz zur Verkehrs- und Personenlenkung und der Samariterverein, der für kleinere Blessuren «Heftpflaster bei Hand» und weitere Erste Hilfe bereitstand.

Heisse Höschen

Nebst den Kindern – darunter die Träger des «dreieckigsten Maskottchens Europas», das zum Festabzeichen wurde – lösten Ponys, Pferde und Hunde den Jöö-Effekt aus. Blumen, zu Kunstwerken verarbeitet, sorgten für Farbenreichtum.

In dieser Sparte glänzte auch das Solina mit seinem roten Wagen. Dass Spiez nicht nur unter dem Niesen eine Bedeutung hat, bekannten unter anderen auswärtige Musikgesellschaften aus Madiswil, Leissigen, Interlaken-Unterseen, Ringgenberg und die Tambouren Sigriswil-Beatenberg.

Das übliche Fett weg bekamen einmal mehr die Wäscherinnen des Rebbau- und Heimatmuseums mit ihren «heissen Höschen» am Wagen und ihre Männer, welche ohne Aufstand, aber umso tapferer die Wäscheleinen schleppten. Und wer es wissen wollte, dem verriet die Umzugchefin Vreni Landolt das Umzugsmotto 2017: «Mir fiire 75 Jahr Rebbau Spiez.»

Gute Laune trotz Gewitter

Schluss war nach dem Umzug noch lange nicht. Das kurze, aber heftige Gewitter über dem Dorf brachte Abkühlung, konnte der fröhlichen Stimmung aber nichts anhaben. Der Gesamtchor auf dem Des-Alpes-Parkplatz bildete den Auftakt zum Weiterfesten vom Regezhaus bis zum Lötschbergplatz. Und in manche privaten Gärten, wo Heimwehspiezer wieder ihre Familien trafen.

Berner Zeitung

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