Der Kirchgemeinderat bleibt verwaist

Ringgenberg

Die Neuorganisation der Kirchgemeinde Ringgenberg ist geregelt, was weiterhin fehlt, sind Amtsträger.

<b>Die Kirche Ringgenberg</b> soll im Dorf bleiben, aber das Kirchgemeindepräsidium bleibt verwaist.

Die Kirche Ringgenberg soll im Dorf bleiben, aber das Kirchgemeindepräsidium bleibt verwaist.

(Bild: Anne-Marie Günter)

«Die Enttäuschung ist gross», sagte Hans Ulrich Imboden am Donnerstag vor 38 Mitgliedern der Kirchgemeinde Ringgenberg. Er ist Präsident der Besonderen Verwaltung, die aktuell die insgesamt 1507 Mitglieder zählende Kirchengemeinde führt.

Ihre Schwierigkeiten begannen 2017, als das Präsidenten- und das Vizepräsidentenamt vakant blieben. Eine Taskforce, die extern unterstützt wurde, hat alles geregelt, was «zur Gewährleistung und Optimierung der Aufgabenerfüllung der Kirchgemeinde» nötig ist. Der Bericht über ihre Tätigkeit ist schriftlich im Vorfeld der Versammlung an alle Haushalte verteilt worden.

Die Jahresrechnung 2018 – die Kirchgemeinde musste auf das neue Rechnungssystem HRM2 umstellen – führte die Gemeinde Ringgenberg, der die Rechnungsführung übertragen wurde. Simon Zurbuchen stellte sie vor. Erfreulicherweise stiegen die Einnahmen aus der Kirchensteuer um 50'000 Franken.

Weil das alte Verwaltungsvermögen ganz abgeschrieben wurde, entstand ein Defizit von knapp 200'000 Franken, die Eigenmittel betragen jetzt 0,85 Millionen Franken. «Bei den Gebäuden werden Investitionen auf uns zukommen», sagte Zurbuchen.

Kommt es zur Fusion?

Die Versammlung beschloss einstimmig, auch das Sekretariat an die Gemeinde auszulagern. In der Person von André Chevrolet wird ein Geschäftsleiter für den Kirchgemeinderat in einem kleinen Pensum angestellt. Einstimmig wurde das neue Organisationsreglement angenommen.

Der Kirchgemeinderat wird von sieben auf fünf Mitglieder reduziert. Diese erhalten Ressorts und eine etwas höhere Entschädigung. Der Rat wählt künftig die Pfarrer. Die Funktionen sind somit bestens geregelt, um künftigen Ratsmitgliedern die Aufgabe zu erleichtern. Trotz vieler Bemühungen fanden sich aber weder Präsident noch Ratsmitglied. Somit fielen die Traktanden Wahlen und «Auflösung der Besonderen Verwaltung der Kirchgemeinde» weg.

Beim Regierungsstatthalter wird beantragt, dass diese noch ein Jahr im Amt bleibt. «Finden wir niemanden, bleibt uns nichts als eine Fusion übrig», sagte Imboden. Dora Geissbühler, Urs Bischler und Marcel Burkhart arbeiten weiter mit, drei Mitglieder demissionierten. «Ich habe viel gelernt und viel Vertrauen erfahren», sagte Regina Urfer, die nach neun Jahren aus dem Rat zurücktritt. Bernhard Zumbrunn, der viele Stunden bei der Taskforce mitgearbeitet hat, und Doris Imboden traten ebenfalls zurück.

Hans Ulrich Imboden betonte, dass es in Ringgenberg trotzdem ein sehr aktives Kirchenleben mit vielen freiwilligen Mitarbeitenden gebe. Geehrt wurde Pfarrer Andreas Schiltknecht, weil er mit einem Team seit zehn Jahren Seniorenferien durchführt.

Berner Zeitung

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