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Der «kleine Mann» kam in Schangnau ganz gross heraus

ski alpinNach den drei Juniorenweltmeistertiteln nun der erste Weltcupsieg: Schangnau hat seinen Skistar Beat Feuz ein zweites Mal offiziell empfangen.

Aus den Boxen schallt erhebende Musik. Das Licht geht aus, erwartungsfroh recken die sich die Hälse. Unvermittelt geht der fetzige Klang in die dumpfen Schläge von neun Treicheln über, und dann ist er da. Leuchtend grün hebt sich sein Pullover vom festlichen Schwarz-Weiss der Mutzen seiner treichelnden Begleiter ab, ein strahlender Beat Feuz gibt sich die Ehre. Die Leute stehen von ihren Plätzen auf, klatschen. Zum zweiten Mal gibt Schangnau für seinen jungen Skistar einen offiziellen Empfang. Gleich wie nach dem Gewinn der drei Juniorenweltmeistertitel vor vier Jahren bildet auch diesmal die Turnhalle Bumbach den würdigen Rahmen. Gekommen sind zu einem grossen Teil die gleichen Leute, allen voran die Fans, die erneut als Organisatoren verantwortlichen zeichnen. Und natürlich Ruedi Zesiger, der einheimische Sportmanager, als Moderator des Abends. Grund für die neuerliche Ehrung ist Feuz’ erster Weltcupsieg bei den Elitefahrern im norwegischen Kvitfjell vor einem Monat. Und der darauf folgende dritte Rang am selben Ort nur einen Tag später – dieses zweite Resultat, wird der 24-Jährige später festhalten, sei für ihn persönlich noch fast wichtiger. «Weil es mir gezeigt hat, dass ich wirklich an der Spitze mithalten kann.» «Einer von uns» Wie stolz die Schangnauer auf ihren «Beätu» sind, wie sie ihn ganz selbstverständlich auch hoch offiziell anreden, ist an diesem Abend mit Händen zu greifen. Weil da einer ist, der dank seiner guten Resultate den Namen Schangnau in die Welt hinausträgt und mit dafür verantwortlich ist, dass sich im Dorf wieder mehr Kinder für die Skier interessieren – «sobald er fährt», schwärmt Fanclubpräsident Sascha Haas mit zwei Kumpeln aus dem Vorstand, «ist das pure Emotion». Seis vor dem Fernseher, seis live auf der Tribüne eines Rennens, wo dann in all den Länder- und Kantonsfahnen unübersehbar auch die Schangnauer Tanne flattert, «schliesslich sind wir alle Schangnauer. Wenn einer von uns bei den Besten kämpft, ist das einfach geil.» Von der bewundernden Seite zeigt sich auch Ernst Aegerter. Der Gemeindepräsident erinnert an das Bild der Siegerehrung in Kvitfjell, als «Beätu» zuoberst auf dem Treppchen stand und von den Hünen links und rechts doch überragt wurde. «Kleiner Mann, ganz gross», hält Aegerter anerkennend fest, «die grösste Leistung in meinen Augen aber ist, wie du dich nach deiner Verletzung im Spätherbst an die Spitze zurückgekämpft hast.» Bei so viel Lob geht der ärgerliche Einfädler, der Feuz einen Monat zuvor an der Weltmeisterschaft in Garmisch aus dem Kombinationsslalom geworfen und so zum vornherein um eine Medaille gebracht hat, fast vergessen. Allerdings nicht ganz: «Beätu» selber redet davon, wie «definitiv verschissen» dieser Moment gewesen sei. Vielleicht hat er ihn auch einfach nur ein Stück stärker gemacht, ihm Lehrgeld abverlangt. Apropos Lehrgeld: Zur allgemeinen Erheiterung gibts noch ein paar Filmsequenzen aus den ganz jungen Jahren des heutigen Skirennfahrers zu sehen. Sie zeigen einen dreijährigen Knirps, der bereits verblüffend schnell den Bumbacher Skihügel herunterbrettert. Der Kleine lässt sich nicht einmal von den aperen Stellen abhalten, vielmehr rutscht er geradewegs übers Gras weiter. Umso ungehemmter plärrt und zwängt er geradeheraus, wenn ihm etwas gerade nicht passt. Wann sich für die Schangnauer wohl die nächste Gelegenheit ergibt, den nun erwachsenen «Beätu» ein weiteres Mal zu feiern?Stephan Künzi>

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