Der Kunststern für das Berner Oberland

Interlaken

«Perle, Magnet, Stern»: Der Berner Regierungspräsident Christoph Neuhaus lobte das Kunsthaus Interlaken anlässlich eines Festaktes zum zehnjährigen Bestehen.

Waren voll des Lobes für das Kunsthaus (v.l.): Kurator Heinz Häsler, der Berner Regierungspräsident Christoph Neuhaus und Roland Seiler, Präsident der Stiftung Kunsthaus Interlaken.

Waren voll des Lobes für das Kunsthaus (v.l.): Kurator Heinz Häsler, der Berner Regierungspräsident Christoph Neuhaus und Roland Seiler, Präsident der Stiftung Kunsthaus Interlaken.

(Bild: Anne-Marie Günter)

Es ist eine Erfolgsgeschichte mit Hindernissen: Seit zehn Jahren hat Interlaken ein Kunsthaus. Es entstand aus vielen Gründen: Interlaken wollte ein Parkhaus im Zentrum, ein ehrwürdiges Schul- und Amtshaus sollte nicht Sitz der Kantonspolizei werden und musste als Baudenkmal erhalten bleiben; Interlaken hatte keine Räume für Kunstausstellungen, in denen es Kunst, unter anderem auch die geerbten Sammlungen von Walter Rieder (Kunst- und Gebrauchsgegenstände aus dem alten China) und Gertrud Stahel (Fotografieren) zeigen konnte.

Deshalb wurde mit dem Einverständnis von Volk und Parteien am Rand der Höhematte gebaut, unterirdisch ein Parkhaus, darüber das kernsanierte Amtshaus mit Anbau. Der Kunsthausteil der Anlage kostete dann drei statt der budgetierten zwei Millionen Franken, und so startete der Betrieb mit hohen Schulden.

«Das Kunsthaus ist eine wichtige Institution im Berner Oberland und daraus nicht mehr wegzudenken», sagte Stiftungsratspräsident Roland Seiler am Mittwochabend vor Gästen. Geladen waren Leute, welche sich bei der Entstehung eingesetzt hatten, Sponsoren und Politiker. Der Ranghöchste war Ständerat Werner Luginbühl, dessen Frau Barbara Präsidentin der Sektion Bild und Plastik der Kunstgesellschaft Interlaken gewesen ist. Mit Evi Allemann, Christine Häsler, Christoph Ammann und Christoph Neuhaus war die Mehrheit der Berner Regierung anwesend.

Lob und leere Kasse

Regierungspräsident Christoph Neuhaus lobte das Kunsthaus. «Es ist Perle, Magnet und Stern im Berner Oberland und setzt Akzente auf einem hohen Niveau», sagte er. Und zehn Jahre seien eine lange Zeit für so viel Engagement. Er warnte anschliessend vor hohen Erwartungen: «Die Staatskasse tönt hohl, und auch beim Schütteln tönt es nur wenig lauter.» Trotzdem versprach er: «Wir behalten euch auf dem Radar.» Und er zitierte den deutschen Schriftsteller Friedrich Hebbel: «Kunst ist das Gewissen der Menschheit.»

Bisher und heute, sagte Roland Seiler, basiere das Angebot des Kunsthauses hauptsächlich auf Freiwilligenarbeit. In Zukunft sei dies wohl nicht mehr möglich. Die Qualität der bisher 39 Ausstellungen sind Kurator Heinz Häsler und seinem Team zu verdanken. Dieser weiss: «Man ist erst jemand, wenn man berühmte Künstler ausstellen kann.» Im Kunsthaus waren Picasso, Ferdinand Hodler und Käthe Kollwitz zu sehen. Und der künftige japanische Kaiser Naruhito war da. Häsler zeigte Dias von den Highlights.

Ein unvergessener Start: Das Amtshaus wurde 2006 vor seinem Umbau mit der Rieder-Sammlung zu einer China-Schau der besonderen Art. Für 2019 ist wiederum eine China-Ausstellung geplant, dieses Mal geht es um heutige Kunstschaffende. Im Fokus «Gewissen der Menschheit» dürfte dann die Sommerausstellung stehen: Es geht darum, wie einst die Maler (von Gabriel Lory bis Ferdinand Hodler) die Grindelwald-Gletscher sahen und wie heutige Künstler und Wissenschaftler den Wandel erleben.

Berner Oberländer

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