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Der neue Besitzer der «Basler Zeitung» heisst Tito Tettamanti

MedienDie «Basler Zeitung» (BaZ) wechselt erneut den Besitzer: Sie gehört nun mehrheitlich wieder dem Tessiner Tito Tettamanti und zur neu gegründeten Medienvielfalt Holding (MVH). Die gesamte BaZ-Gruppe soll saniert und auf finanziell gesunde Beine gestellt werden.

«Ich bin zurück, und dieses Mal mit Leidenschaft»: So kündigte der Financier Tito Tettamanti gestern vor den Medien sein Comeback als Besitzer der «Basler Zeitung» an. Der Tessiner hatte die BaZ bereits vor zwei Jahren für mehrere Monate besessen, bevor er und Medienanwalt Martin Wagner die Zeitung an den Crossair-Gründer Moritz Suter verkauften. Mit der neuen Zeitung «Tageswoche» habe die BaZ in Basel ihre Monopolstellung verloren, sagte Tettamanti. Das sei eine Erleichterung: «Es erlaubt keine fanatische Zeitung, aber es erlaubt, profilierter zu sein.» Die BaZ behalte ihren rechts-bürgerlichen Kurs klar bei. Deshalb bleibt auch die operative Chefetage: CEO Roland Steffen behält sein Amt genau so wie Chefredaktor und Blocher-Biograf Markus Somm. Blocher zieht sich zurück Es sei ein Fehler gewesen, in der Vergangenheit ein Geheimnis um das Beratungsmandat von Christoph Blochers Unternehmen Robinvest zu machen, hielt Tettamanti fest. Nun endet das Engagement der Familie Blocher bei der «Basler Zeitung». Christoph Blocher leistet aber eine Defizitgarantie. Diese sei finanziell unlimitiert, sagte Tettamanti. Blocher stehe ein für mögliche Verluste, die durch Restrukturierungen bei den Druckereien entstünden. Als Gegenleistung gab Tettamanti dem Alt-Bundesrat das Versprechen, die Aktien von dessen Tochter Rahel zurückzukaufen. Tettamanti verlangte von Blocher vor dem Rückkauf, dass ein Sanierer zur Verfügung stehe. Diese Aufgabe übernimmt der Zürcher FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger. «Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich zu so einem Handkuss komme», sagte Leutenegger. Die Sanierung sei eine schwierige, aber keine unmögliche Aufgabe. Leutenegger liess offen, ob und – falls ja – wie viel Personal über die Klinge springen muss. «Ich muss zuerst eine Gesamtanalyse der Gruppe machen, bevor wir die Prioritäten festlegen.» Er rechne damit, dass seine Aufgabe in drei bis vier Jahren erfüllt und sein Engagement dann beendet sei. Leutenegger wird Präsident Leutenegger amtet zudem als Präsident und Verwaltungsratsdelegierter der BaZ. Die Zeitung geht in der Medienvielfalt Holding (MVH) auf. Diese wird heute offiziell in Zug gegründet und startet mit 40 Millionen Franken Aktienkapital. Davon hält Tito Tettamanti mit 18,8 Prozent (entspricht 53,6 Prozent der Stimmrechte) die Mehrheit. Die anderen Aktionäre halten höchstens je 12,5 Prozent an der MVH. Dazu zählen unter anderem die Frau des Ex-UBS-Chefs Ospel, Adriana Ospel-Bodmer, sowie die Tessiner Alt-Regierungsrätin Marina Masoni (FDP) und der Berner Privatbankier Georges Bindschedler. Weitere Kooperationen Die MVH solle zur Medienvielfalt in der Schweiz beitragen, sagte Tettamanti. «Harmonie entsteht dadurch, dass verschiedene Orchester verschieden musizieren.» Die Gruppe ist neben der BaZ auch an der Multimedia-plattform Les observateurs.ch beteiligt, die ein Genfer Journalistikprofessor gegründet hat. Welche weiteren Beteiligungen an Verlagshäusern und Zeitungen geplant sind, verriet Tettamanti nicht. «Das ist Geschäftsgeheimnis.» Eine Kooperation mit der ebenfalls rechts- bürgerlichen Wochenpublikation «Die Weltwoche» schloss er aber aus. sda>

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