Zum Hauptinhalt springen

Der See- Abfluss wird renaturiert

Das Abflussrohr aus dem Gerzensee ist alt – zu alt. Der Auslauf darf aber nicht saniert, sondern muss

Der Gerzensee zwischen Gürbe- und Aaretal ist als Naturschutzgebiet höchster Klasse eingestuft. In Zukunft wird diesem Aspekt noch stärker Rechnung getragen: Am südlichen Ende des Sees führt derzeit noch ein Abflussrohr in Richtung Dorfkern von Mühledorf. Das Rohr ist teilweise in einem schlechten Zustand und müsste daher saniert werden. Das Gewässerschutzgesetz schreibt aber vor, solche Ausläufe zu renaturieren. Denn: Defekte Leitungen dürfen nicht saniert werden. Projektmitarbeiter Clemens Stampfli bestätigt auf Anfrage: «Ja, wir planen eine Renaturierung. Bis Anfang November fallen in dieser Sache wegweisende Entscheide.» Laut Stampfli wird zurzeit abgeklärt, wie breit und wie tief das renaturierte Gewässer fliessen soll. Die involvierten Parteien – dazu gehören unter anderem das Forst-, das Fischerei- und das Naturschutzinspektorat sowie die drei an den See angrenzenden Gemeinden Mühledorf, Kirchdorf und Gerzensee – erarbeiten hierzu momentan die Grundlagen. Vögel, Frösche, Pflanzen «Bisher ist lediglich klar, dass das Rohr wegkommt und der Wasserverlauf offen gelegt wird», erklärt Stampfli. Das Gebiet soll Vögeln, Fröschen und Pflanzen zusätzlichen Lebensraum bieten. Genau gleich wie der See soll dieser neue Wasserverlauf Schutzgebietcharakter aufweisen. Der grösste Teil des benötigten Gelds für das Projekt kann dem Renaturierungsfonds des kantonalen Fischereiinspektorats entnommen werden. Gemäss Renaturierungsdekret sind dies bis zu 80 Prozent der Kosten, die nach allfälligen Bundesbeiträgen übrig blieben. Zudem kann Geld aus weiteren Spezialfonds hinzugezogen werden. Den Rest übernehmen die drei angrenzenden Gemeinden. Kosten noch unbekannt «Wie viel die Renaturierung unter dem Strich kosten wird, ist jetzt noch nicht klar. Das können wir erst kommunizieren, wenn das definitive Projekt vorliegt», erläutert Stampfli. Klar sei hingegen, dass kein Geld aus dem Fonds zur Verfügung stünde, wenn das veraltete Rohr vorzeitig einbrechen würde. Der Zeitplan für die Renaturierung ist ambitioniert: Bis Ende Jahr sollen alle Details zum Projekt geklärt und der Auftrag ausgeschrieben werden. Um das Naturschutzgebiet möglichst wenig zu beeinträchtigen, ist geplant, die Arbeiten während der kalten Jahreszeit aufzunehmen. Konkret wäre dies im Winter 2011/2012. «Wenn der Boden gefroren ist, sind die durch die Lastwagen verursachten Schäden in der kalten Jahreszeit am geringsten», sagt Projektmitarbeiter Stampfli. Bereits in rund 20 Monaten soll die Renaturierung komplett abgeschlossen sein. Das Naturschutzgebiet um den Gerzensee wird damit faktisch vergrössert werden.Gabriel Berger>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch