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Der Spassfaktor als Basis des Erfolgs

UnihockeyDer Wechsel auf dem Trainerposten hat bei Wiler-Ersigen fast alles verändert. Unter Heikki Luukkonen geniesst die Offensive Priorität, der Spass am Spiel spiegelt sich im Leistungsvermögen.

Das Erfolgsrezept klingt simpel und leuchtet ein. «Wir spielen permanent vorwärts, möglichst schnell und deshalb möglichst direkt. Die gegnerischen Spieler geraten unter Druck, treffen falsche Entscheidungen, und wir gelangen zu Torchancen», erwidert Heikki Luukkonen, wird er gebeten, das von ihm anlässlich des Sommertrainings eingeführte System in ein paar Sätzen vorzustellen. Wie sich der neue Trainer Wiler-Ersigens die Umsetzung dieser Strategie vorstellt, demonstrierten seine Unihockeyaner im Mitteldrittel des Vergleichs mit den Langnauer Tigers – von der Effizienz im Abschluss abgesehen. Die konträren Vorgaben Es fühlte sich an, als wäre das Gehäuse der Gäste von einem Wirbelsturm heimgesucht worden. Getreu der zentralen Vorgabe Luukkonens, den Rhythmus der Partie immer selbst zu bestimmen, liessen die Unteremmentaler Ball und Gegner laufen, gelangten im 30-Sekunden-Takt zu erstklassigen Einschussgelegenheiten und bescherten den Zuschauern ein Unihockeyspektakel seltener Güteklasse. Anderseits führten zuweilen haarsträubende Ungereimtheiten zu Gegentreffern, die unter Luukkonens Vorgänger Thomas Berger kaum gefallen wären. Noch befinde sich seine Mannschaft auf der Suche nach der Balance zwischen Vor- und Rückwärtsbewegung, hält der Finne fest. Wie sich die Kräfteverhältnisse präsentieren könnten, sollten diese dereinst gefunden werden, lässt sich mit Blick auf die Tabelle erahnen. Nach Verlustpunkten ist Wiler-Ersigen der Konkurrenz entrückt, seit der Auftaktniederlage gegen GC liess er sich stets das Punktemaximum gutschreiben. Die Serie ist trotz des wie gewohnt hochwertig bestückten Kaders erstaunlich, hat sich mit dem Wechsel auf dem Cheftrainerposten doch so ziemlich alles geändert. Liess Berger ein Manndeckungssystem praktizieren, priorisiert Luukkonen die Raumdeckung. Betrachtete der Bündner die Ballkontrolle als höchstes Gebot, bläst der Finne zum Angriff. Galt acht Jahre lang die Devise, einen Treffer weniger zu kassieren als der Gegner, soll nun einer mehr erzielt werden. Die neuen Freiräume Luukkonen sagt, die von ihm installierten Neuerungen seien wohlwollend aufgenommen worden. «Ich glaube, die Spieler haben etwas Neues gebraucht.» Die Motivation sei in jedem Training spürbar, trete auch bei den älteren Semestern zutage. Dieser Fakt basiere auf den Freiräumen, welche die Spieler im Rahmen der neuen Ausrichtung genössen, vermutet der ausgebildete Pädagoge. Der Gedanke endet bei einem Grundbedürfnis des Ballsporttreibenden. Oft steht am Anfang einer Karriere der Wunsch, möglichst viele Tore zu erzielen. Gelingt dies, gewinnt der Faktor Spass an Bedeutung, worauf sich in der Regel das Leistungsvermögen erhöht. Beobachten lässt sich diese Entwicklung derzeit bei Philipp Fankhauser und Adrian Zimmermann. Avancierten die Stürmer im taktischen Korsett Bergers primär wegen ihrer kämpferischen Qualitäten zu Eckpfeilern, gehörten sie zuletzt auch in kreativer Hinsicht zu den Auffälligsten. Abstrahiert betrachtet, strebt Wiler-Ersigen den Triumph mit jener Taktik an, welche der finnischen Auswahl zuletzt zweimal in Folge den Gewinn des WM-Titels beschert hat. Als typischer Landsmann lässt sich Luukkonen aber kaum bezeichnen, kommuniziert er doch während einer Partie gleich viel wie ein durchschnittlicher Finne während einer ganzen Woche. «Er sehe sich als Teil des Teams, als Vorbild. Ich agiere, reagiere, tue nur das, was ich von den Spielern verlange», lässt er verlauten. Morgen (20 Uhr, Kirchberg) wird Floorball Köniz versuchen, des Meisters Serie zu beenden. Kocht dieser nach Rezept, dürfte das Vorhaben freilich zur Herkulesaufgabe mutieren.Micha Jegge>

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