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Der Star ist die Mannschaft

Der Höhenflug geht weiter: Wacker Thun hat das Heimspiel gegen Suhr

«Suhr Aarau liebt die Rolle des Aussenseiters», hatte Goalie Andreas Merz im Vorfeld der Partie seine Mitspieler gewarnt. Er wusste, wovon er sprach, spielte er doch in der vergangenen Saison noch in den Reihen der Aargauer. Und der 24-Jährige sollte recht behalten. Mit 24:25 lag das Heimteam nach 41 Minuten im Hintertreffen. «Wenns dem einen nicht läuft, kann der andere einspringen», hatte Merz die Torhüterfrage vor dem Spiel kommentiert. Auch hier sollte der Wirtschaftsstudent recht behalten. Er selber war es, der gegen seine Ex-Kollegen überhaupt nicht ins Spiel fand und bereits nach 20 Minuten Marc Winkler Platz machen musste. Dieser fügte sich mit zwei Glanzparaden gleich prächtig ins Spiel ein und war seinem Team in der Folge ein sicherer Rückhalt. Linders perfekte Halbzeit «Die Last ist auf viele Schultern verteilt», gab Sandro Badertscher nach dem Spiel zu Protokoll. Er sprach damit die grosse Ausgeglichenheit innerhalb der Mannschaft an. Nicht nur auf der Goalieposition, auch die zweite Garnitur der Feldspieler vermag zu überzeugen. Während beim HSC Suhr Aarau stets die gleichen sechs, sieben Spieler auf dem Platz standen, hatte Wacker-Trainer Martin Rubin zahlreiche Alternativen. Luca Linder war so eine. In der zweiten Halbzeit ragte er aus dem starken Kollektiv heraus und hatte mit sieben Treffern grossen Anteil am Umschwung. Weil die meisten seiner Tore zudem herrlich herausgespielt waren, spielte er sich auch in die Herzen des Publikums. Er war es, der nach einem weiten Zuspiel Winklers das 26:25 erzielte und die Thuner zurück auf die Siegesstrasse brachte (43.). Und er war es auch, der nach einem «Fliegertor», nach einem herrlichen Zuspiel von Simon Getzmann, das schönste Tor der Partie erzielte. «Für mich hat die Saison nicht so gut angefangen, deshalb gibt mir diese zweite Halbzeit Mut», sagte Linder nach der Partie. Und: «Heute ist mir einfach alles gelungen.» Dass man zu Beginn Mühe bekundet habe, überraschte Linder nicht: «Suhr Aarau ist besser, als es die Tabelle wiedergibt.» Badertschers Kaltblütigkeit Neben Winkler und Linder gilt es auch noch Sandro Badertscher zu erwähnen. Mit elf Toren war er Thuns erfolgreichster Skorer. Acht Treffer alleine erzielte er vom Penaltypunkt aus – bei acht Versuchen. Besonders frech sein erster Siebenmeter, den er mit einem Lob verwandelte. Am Ende aber standen alle Feldspieler mit mindestens einem Tor zu Buche. Auch Lukas von Deschwanden. Er war mit seinem ersten persönlichen Tor für den letzten Treffer verantwortlich, der ihn «teuer» zu stehen kommt. «Es ist Tradition, dass der Spieler, welcher den 40. Treffer erzielt, eine Harasse Bier bezahlt», erklärt Badertscher. Dies dürfte von Deschwanden aber verschmerzen. Dank diesem Sieg rücken die Thuner in der Tabelle auf Rang 3 vor und sind so gut klassiert wie lange nicht mehr. Und es könnte noch besser kommen: In den nächsten zwei Partien gastiert Wacker Thun beim Tabellenzehnten RTV Basel sowie beim noch punktlosen Schlusslicht Arbon. Alles andere als zwei Siege käme einer Überraschung gleich, doch Badertscher warnt: «Gegen Basel hatten wir in der Vergangenheit immer Probleme, diesen Gegner werden wir also mit Bestimmtheit nicht unterschätzen.» 670 Zuschauer verfolgten gegen Suhr Aarau die Partie in der Lachenhalle – Saisonrekord. Aufs nächste Heimspiel müssen sich die Wacker-Anhänger allerdings etwas gedulden, dieses steigt erst am 17.November – gegen Pfadi Winterthur. Raphael Hadorn>

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