Der Unfall ist noch nicht aufgearbeitet

Schattenhalb

Es war ein schwarzer Tag in Schattenhalb, als ein Auto und ein Motorrad seitlich zusammenprallten.

Bei einer Kollision zwischen einem Auto und einem Motorrad starb die Freundin des Töfffahrers. Er selbst trug bleibende Schäden davon.

Bei einer Kollision zwischen einem Auto und einem Motorrad starb die Freundin des Töfffahrers. Er selbst trug bleibende Schäden davon.

(Bild: iStock/Symbolbild)

Der Unfall geschah vor fast zwei Jahren. Hörte man jedoch den beiden Männern vor Gericht zu, so war sofort klar: Beide haben den Vorfall noch frisch im Gedächtnis und denken täglich daran. Beim Unfall starb die Freundin des Töfffahrers, und er selbst wurde schwer verletzt.

Die Verletzungen an Rücken, Hüfte und Fuss sind noch nicht ausgeheilt, er muss mit bleibenden Schäden rechnen. Der Automobilist war wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger schwerer Körperverletzung angeklagt, der Motorradfahrer wegen fahrlässiger Tötung.

Beim Überholen touchiert

Im Juli 2017 fuhr ein Automobilist von Meiringen her kommend in einer Kolonne Richtung Innertkirchen. In der Kolonne befand sich auch ein Töff. Nachdem die Fahrzeuge ein Postauto an einer Haltestelle passiert hatten, entschied sich der Töfffahrer, die Kolonne zu überholen, da die Gegenfahrbahn frei war. Der Autolenker bemerkte dies auch und beschloss, ebenfalls zu überholen. Weil von vorne nichts kam, setzte er den Blinker und scherte aus.

Doch in diesem Moment befand sich der Töff direkt neben dem Auto, und es kam zur seitlichen Kollision. Der Töfffahrer stürzte. Die Freundin auf dem Sozius wurde weggeschleudert und dabei so schwer verletzt, dass sie noch auf der Unfallstelle starb. Der Töfffahrer blieb mit schweren Verletzungen liegen.

Man muss davon ausgehen, dass der Autofahrer nur die Situation vor ihm genügend sorgfältig beobachtet hat, hingegen vergass, mit einem Blick in den Rückspiegel zu prüfen, was sich hinter ihm abspielte. Der Unfall ereignete sich auf einem Abschnitt, auf dem ein Überholverbot signalisiert ist.

Die Urteile

Die Gerichtspräsidentin stellte bei der Begründung des Urteils fest, dass beide sich nicht korrekt verhalten hätten, was ihnen aber offenbar nicht bewusst war, weil man dort, wo der Unfall passierte, das Postauto überholen muss und die Sicherheitslinie nicht ausgezogen ist. Sie geht davon aus, dass der Automobilist den Blinker setzte und praktisch gleichzeitig ausscherte, ohne die Situation hinter ihm zu prüfen.

Er wurde am Donnerstag wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zu einer bedingten Geldstrafe von 88 Tagessätzen zu 70 Franken und einer Verbindungsbusse von 1540 Franken verurteilt. Er muss die Hälfte der Verfahrenskosten tragen.

Der Motorradfahrer hingegen wurde vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen. Wegen der Verkehrsregelverletzung muss er eine Busse von 300 Franken bezahlen. Er sei mit der nötigen Vorsicht mit korrektem Tempo gefahren. Mit einem Auto, das plötzlich ausschert, habe er nicht rechnen müssen, sagte die Richterin.

Sein Anteil an den Verfahrenskosten geht zulasten des Kantons Bern. Da die Behandlung seiner Verletzungen noch nicht abgeschlossen ist, wird die Zivilklage auf den Zivilweg verwiesen.

Berner Oberländer

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...