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Der Velogemel im Viersternhotel

OberlandDie hölzernen Velogemel sind eigentlich nur im Berner Oberland heimisch. Ein Gefährt hat es jedoch nach Umwegen über Deutschland in die Lenzerheide verschlagen. Jetzt hat eines dieser besonderen Sportgeräte einen Ehrenplatz in der Hotellobby des

Graubünden. Der grösste Kanton der Schweiz hat viel zu bieten: unzählige, tolle Ferienorte, kulinarische Spezialitäten wie Capuns, Maluns oder Bündnerfleisch und drei Sprachgebiete nämlich deutsch, rätoromanisch oder italienisch. Kaum einer denkt aber an ein veloähnliches Wintersportgerät, hergestellt aus Esche und Ahorn. Und dennoch hat es einen orginalen Velogemel aus Grindelwald auf die Lenzerheide verschlagen. Anfänglich wurden ihm sogar noch amerikanische Wurzeln nachgesagt. Doch der Reihe nach: «Wir haben das Gefährt im Jahr 2006 kurz nach der Eröffnung unseres neuen Hotels erhalten», erzählt Claudia Züllig-Landolt, die zusammen mit ihrem Mann Andreas Züllig Gastgeber des Hotel Schweizerhof in der Lenzerheide sind. Es war ein Geschenk von deutschen Stammgästen. Das Ehepaar Gisela und Hans-Jürgen Moog schenkten dem Hotel Schweizerhof dieses Unikat für seine Sammlung historischer Sportgeräte. Hans-Jürgen Moog war langjähriger Bürgermeister der Stadt Frankfurt am Main. «Den Velogemel erhielt er in der Frankfurter Eissporthalle anlässlich einer Werbeveranstaltung für Schweiz Tourismus. Überreicht wurde ihm der Velogemel vom damaligen Chef von Schweiz Tourismus Walter Leu. Amerikanische Erfindung? Wie alle historischen Sachen in der Lobby wurde auch der Velogemel beschriftet. Jedoch schrieb man das Gefährt dem Skibob zu, ein mit Ski ausgerüstetes, ebenfalls veloähnliches Gefährt, dass der Amerikaner John C. Stevens aus Hartford 1892 als «einspurigen, gelenkten Schlitten» patentieren liess. Eine modifizierte Version des Skibobs des Österreichers Georg Gfäller kam in 50er und 60er Jahren auf, seit 1967 werden Weltmeisterschaften ausgetragen. Durch Medienberichte wurde Claudia Züllig auf das Jubiläum des Velogemels aufmerksam gemacht, sie änderte die Beschriftung in der Hotellobby und verwies auf den korrekten Ursprung des Gefährts. «Der Velogemel stösst auf viel Interesse unserer grossen und kleinen Gäste». In der Lobby des familienfreundlichen Viersternehaus sind unter anderem Schlittschuhe aus Leder, Schneeschuhe, Holzskis oder alte Curlingsteine ausgestellt. Selber sind die beiden Gastgeber vom Hotel Schweizerhof noch nie mit einem Velogemel gefahren. Vielleicht ergibt sich ja im Jubiläumsjahr 2011 noch eine Gelegenheit für eine rasante Fahrt. Fritz Lehmann>

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