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Der Weg zur Gemeinsamkeit ist steinig

Kernenried/ZauggenriedEine Fusion macht keinen Sinn: Zu diesem Schluss kommt eine Arbeitsgruppe, die mögliche Formen der Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden untersucht hat.

Dass das Thema interessiert, war bald klar: Hundert Leute hatten sich in Kernenried zu einem Informationsabend eingefunden. Sie wollten wissen, ob Kernenried mit Zauggenried gemeinsame Sache machen soll. Seit zwei Jahren prüft eine Arbeitsgruppe mögliche Zusammenarbeitsformen. Von Fusion wollte anfänglich niemand sprechen. Jetzt aber war genau dies Thema, gleich in mehrfacher Hinsicht. Die Situation ist speziell: Zauggenried hatte sich in zwei Richtungen zur Zusammenarbeit angeboten. Einerseits machten Vertreter der Gemeinde bei der Arbeitsgruppe von acht Gemeinden rund um Fraubrunnen (G-8) mit, andererseits bildeten sie mit Gemeinderäten aus Kernenried eine zweite Arbeitsgruppe. Die G-8-Gruppe ist nun zum Schluss gekommen, dass eine Fusion der acht Gemeinden am meisten Sinn macht. Ein entsprechender Antrag wird den jeweiligen Stimmberechtigten am 21.November vorgelegt. Auch in Zauggenried. Am Informationsabend in Kernenried beschäftigte diese Empfehlung der Zauggenrieder Gemeinderäte. «Wir bilden optisch eine Ortschaft und gehören auch zusammen», fand ein Votant. Es wäre nicht richtig, wenn Zauggenried mit einer anderen Gemeinde fusionieren würde, meinten weitere Personen. Dagegen zweifelte ein Mann daran, dass Kernenried und Zauggenried wirklich eins werden könnten: «Wir zogen nie in die gleiche Richtung, und ich befürchte, dass das so bleiben wird», sagte er. Heinz Berger, der externe Berater der Arbeitsgruppe, bestätigte dies. Die Gemeinden würden nicht einzig die Verwaltungskreise trennen: «Wirtschaftlich und bildungsmässig orientiert sich Kernenried Richtung Lyssach und Kirchberg, Zauggenried zieht es nach Fraubrunnen.» Es herrscht UneinigkeitDass sich die beiden Orte manchmal schwertun, eine gemeinsame Lösung zu finden, zeigte sich auch im Vorschlag der Arbeitsgruppe, die übrigens eine Fusion der Gemeinden als nicht sinnvoll erachtet. Die Gruppe empfiehlt einzig, die Zusammenarbeit im Bereich der Schulen voranzutreiben. Doch die Vorstellungen gehen auseinander, in einem wichtigen Punkt gibt es bisher keine Einigung. Kernenried soll Schulstandort für die 1. bis 6.Klasse sein. Das braucht einen Vertrag, und über dessen Dauer herrscht Uneinigkeit. Zauggenried möchte sich für sechs Jahre verpflichten, Kernenried will die Zusammenarbeit auf zwanzig Jahre hinaus regeln. Dies mag mit ein Grund sein, warum die Arbeitsgruppe einen Kredit von 80000 Franken für ein Vorprojekt beantragen möchte. Bei einer Zusammenlegung der Schulen wären bauliche Massnahmen nötig. Auch ist noch nicht klar, ob sich der Grosse Rat für eine Basisstufe ausspricht. Diese Aspekte sollen in das Vorprojekt einfliessen. Die Schulstandorte kamen am Informationsanlass mehrmals zur Sprache. Es kam etwa die Frage auf, ob Kernenried seine Oberstufenschüler künftig nicht nach Fraubrunnen statt nach Kirchberg schicken könne. Auf der anderen Seite wurde befürchtet, dass Zauggenried nicht wirklich Interesse an einer gemeinsamen Unterstufe habe. Urs Schär, Gemeindepräsident von Zauggenried, widersprach: «Der Gemeinderat steht hinter dem Vorschlag der Arbeitsgruppe, und es ist uns von den G-8-Gemeinden zugesichert worden, dass bei einer allfälligen Fusion der Schulstandort Kernenried akzeptiert würde.» Schliesslich brachte eine Frau eine neue Idee ein: «Was spricht eigentlich gegen eine G-9?» – «Der zeitliche Rahmen», entgegnete ihr Heinz Berger. Am 21.November werde in den acht Gemeinden um Fraubrunnen die Frage zur Bereitschaft für eine Fusion gestellt. Kernenried könnte erst später der neuen Gemeinde beitreten. Noch läuft die Vernehmlassung zu einer Form der Zusammenarbeit der Gemeinden Kernenried und Zauggenried. Voraussichtlich wird es bei der Empfehlung der Arbeitsgruppe bleiben, bei den Schulen enger zusammenzuarbeiten. Ursula Grütter >

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